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Mitochondriopathie als Ursache für Burn out, Depression, Herzrhythmusstörungen u.v.m.

Mitochondrium:

„Eine Zellorganelle , die zu mehreren in unseren
Zellen vorkommt und die das Kraftwerk unserer Zellen darstellt.“

Pathos:

„Das Leiden.“

Die Mitochondrien stammen von Prokaryonten (Prokaryonten sind einfacher

Mitochodrium im Detail
https://de.wikipedia.org/wiki/Mitochondrium

aufgebaute kleine Bakterien ohne Zellkern) ab, die mit Eukaryonten eine Symbiose (ein Zusammenleben verschiedener Spezies zum Gegenseitigen nutzen) eingegangen sind. Diese stellen eine Zellorganelle (Organellen sind Mini“organe“ unserer Körperzellen, die spezialisiert sind auf bestimmte Funktionen, wie z.B. Bildung von Enzymen oder anderes) dar, das sogar sein eigenes Erbmaterial hat und sich quasi eigenständig vermehrt. Nach dem aktuellen Kenntnisstand erben wir die Mitos nur von unserer Mutter. Sie sind unsere Kraftwerke, die unsere Körperzellen erst dazu befähigen, unsere Nahrung mit Hilfe von Sauerstoff zu verbrennen, um daraus Energie zu gewinnen.

Mithilfe der Mitochondrien wird Acetyl-CoA (Acetyl-Coenzym A) aus dem Zucker-, Eiweiß- und Fettstoffwechel mit Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser verbrannt und die Energiewährung ATP (Adenosintriphosphat – es sind also drei -´tri´- Phosphatreste angehängt) aus Adenosindiphosphat – ADP – und ein Phosphat erzeugt (oxidative Phosphorylierung).
Dieses wird dann in den Zellen überall dort wo Energie gebraucht wird wieder in ADP und ein Phosphat gespalten und die freiwerdende Energie genutzt.

Die Anzahl der Mitochondrien pro Zelle variiert, je nachdem wie viel Energie eine Zelle verbraucht. Zum Beispiel haben die Herz-, Leber- und Hirnzellen mit den höchsten Stoffwechsel im Organismus und enthalten damit sehr viele Mitochondrien (bis zu 5000). Bei gesunden Menschen wird über 90% der Energie durch die Energiegewinnung in den Mitochondrien erzeugt. Die ist 18fach effektiver als anaerobe (sauerstofffreie) Energiegewinnung im Cytosol (Raum im inneren der Zelle gefüllt mit Zellflüssigkkeit).
Der Stoffwechselzyklus zur Energiebereitstellung in den Mitochondrien wird Atmungskette genannt. Er besteht aus fünf hintereinander geschalteten mitochondrialen Enzymen, den Atmungskettenkomplexen I, II, III, IV und V und ist an der Innenmembran lokalisiert. Hier werden NADH (Nikotinamidadenindinucleotid) und FADH2 (Flavinadenindinucleotid) deprotoniert in NAD+ und FAD2+, d.h. die Protonen werden abgespalten. Die Protonen werden durch die Membran in den Zwischenraum der inneren und äußeren Mitochondrien-Membran transportiert und dort angesammelt. Die Protonen fließen über den Fünften Enzymkomplex (ATP-Synthase) wieder in die Mitochondrien-Matrix hinein, dabei entsteht Wasser und energiereiches ATP.

Ein weiterer Zyklus ist eng mit der Atmungskette verknüpft: der Zitronensäurezyklus. Dieser besteht ebenfalls aus hintereinandergeschalteten Enzymen und ist im Inneren der Mitochondrien, der Mitochondrien-Matrix angesiedelt. Hier werden NAD+ und FAD2+ protoniert, also mit H+ beladen und das Acetyl-CoA schrittweise zu CO2 abgebaut.

Ist die Funktion der Mitochondrien nachhaltig gestört, verringern sich auch notwendige Enzyme, Aminosäuren, Hormone und Immunzellen, die für die regelgerechten Organfunktionen wichtig sind, da die Mitochondrien neben der katabolen (abbauenden) auch eine anabole (aufbauende) Funktion haben.

Bei der Energieerzeugung in der Mitochondrien entstehen freie Sauerstoff- und Stickstoffradikale als Nebenprodukte, die durch die Stoffwechselsysteme der Zellen neutralisiert werden müssen.

(ROS = reaktive Sauerstoffspezies – reactiv oxigen species – wie zum Beispiel das Superoxid O2- , das Hydroxyl-Radikal HO• und auch Wasserstoffperoxid H2O2, Stickstoffmonoxid NO ein Gas, das von allen Körperzellen gebildet werden kann. Es hat sehr viele Wirkungen im Körper, zum Beispiel ist es dafür zuständig, dass sich Arterien, Bronchien oder der Darm nach einem Zusammenziehen wieder entspannen und weiten können.)

Geschieht das nicht mehr in einem ausreichendem Maße, entsteht oxidativer und nitrosativer Stress, welcher die Fehlfunktion der Mitochondrien verstärkt.

Da sich in allen Körperzellen Mitochondrien befinden, können alle Zellsysteme von einer Mitochondriopathie betroffen sein. Ungleichgewichte im mitochondrialen Stoffwechsel stellen sich durch eine Verschiebung der Substrate in der Atmungskette oder im Zitronensäurezyklus dar. Es kann zu einem Stau oder zu einer Erschöpfung diese Substrate kommen, die die Zyklen behindern und letztendlich die Energiebereitstellung in Form von ATP entscheidend reduzieren.

Die Symptome bei erworbener Mitochondriopathie sind:

  • Gedächtnis und Konzentrationsstörungen,
  • Müdigkeit und Stressempfindlichkeit,
  • belastungsabhängiger Tinnitus,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • chronische Schmerzen,
  • Muskelschmerzen und Verhärtungen,
  • erhöhte Infektanfälligkeit,
  • Ängstlichkeit und Panikattacken,
  • Depressionen, Psychosen und Schlafstörungen,
  • Irritation des Magen-Darm-Trakts,
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Hypoglykämie,
  • Störungen des Hormonhaushaltes und
  • das Burn-Out Syndrom.

Die Auswirkungen auf die Biochemie bei erworbener Mitochondriopathie sind:

  • die übermäßige Bildung von Stickoxid- und Peroxid-Radikalen,
  • Aminosäuren mit Phenylgruppe werden nitrosiert und Thiol-Gruppen oxidiert,
  • eisensulfidhaltige und eisenhaltige Enzyme werden blockiert,
  • Pyruvatstau durch Hemmung der Aconitase im Citratzyklus,
  • massiv erhöhtes Laktat/Pyruvat-Verhältnis,
  • verminderte mitochondrialen Energiebereitstellung in Form von Adenosintriphosphat (ATP) durch – Hemmung des Citratzyklus und der Atmungskette,
  • Mangel an NADH durch Hemmung des Citratzyklus und der Fettsäureoxidation und
  • erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen durch anaeroben Stoffwechsel.

Unbehandelt können  sie langfristig zu massiven Erkrankungen wie chronisches Müdigkeitssyndrom, Fibromyalgie, multiple Chemikalienempfindlichkeit, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Autoimmunerkrankungen, Tumorentwicklungen und vieles mehr führen.

(c) Thomas Würzler

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