Herbst und Winter: Erkältungs- und Grippezeit

Herbst und Winterzeit sind in unseren Breitengraden Erkältungszeit. Das mag am kalten und feuchten Klima liegen (aber auch im kältesten und verregnetesten Sommer laufen nicht so viele Menschen mit Erkältung herum, wie im Winter) und an der fehlenden Lichteinstrahlung und dem damit verbundenen Vitamin-D-Mangel oder an der trockenen Heizungsluft. Auch ein Mangel an Bewegung im Freien scheint sich negativ hier auszuwirken.

Häufigste Therapieform: Antibiotika

Hierzulande wird heute immer noch in erster Linie Antibiotika zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt, obwohl eigentlich inzwischen allgemein bekannt sein müsste, dass diese in den meisten Fällen von Erkältung nicht hilfreich sind.

Antibiotika schädigen nicht nur das Mikrobiota – sie schwächen auch das Immunsystem

Erkältungserkrankungen sind in erster Linie Viruserkrankungen. Diese sind für Antibiotika nicht empfindlich. Sie werden aber trotzdem dabei eingesetzt, weil der Patient angeblich dies so wünsche. Dabei haben neueste Studien am MIT (Massachusetts Institute of Technology) ergeben, dass eine Antibiotika-Therapie sogar das Immunsystem schwächen kann[1].

Auch beeinflusst sie nachhaltig die Darmflora – das sog. Mikrobiota oder Mikrobiom[2], das den Körper in der Bekämpfung krankmachender Keime unterstützt[3]. Deswegen sollte bei der Bekämpfung einer Erkältung auf Antibiotika weitgehend verzichtet werden.

Immunsystem stärken

Man sollte sein Immunsystem stärken, damit es mit den Erregern leichter fertig wird. Dem Immunsystem kann dabei egal sein, ob eine bakterielle oder eine virale Infektion vorliegt, da es für beides gewappnet ist und jeweils eine passende Strategie anwendet. Das Immunsystem steht und fällt aber auch mit der Mikrobiota. Dieses wird nicht nur von Antibiotika, die man als Arzneimittel zu sich nimmt, geschädigt, auch Antibiotika-Reste in Lebensmitteln, wie in Fleisch aus Massentierhaltung, als auch Konservierungsstoffe schädigen unsere Symbionten.

Richtige Ernährung

Deshalb fängt eine nachhaltige Erkältungsprophylaxe bei der richtigen Ernährung an. Ein zuviel an Zucker und Auszugsmehlen macht nämlich anfälliger für Infektionen.[4] Stattdessen sollte man sich Vitaminreich ernähren und sich Vitalstoffe, wie z.B. sekundäre Pflanzenstoffe oder Mineralien zuführen, dass aber in erster Linie durch Gemüse, Obst und Vollkornprodukte und weniger durch Nahrungsergänzungsmittel. So verhindert man eine Überdosierung mit einzelnen Stoffen. Möglichst frisch, keine langen Kochzeiten (kurzes andünsten, anstatt stundenlanges totkochen) und saisonal (Wintergemüse, wie z.B. Grünkohl oder Rosenkohl, kleingeschnitten und kurz in der Pfanne angeschmort – die enthaltenen Inhaltsstoffe können mich sogar vor Krebs schützen [5]) sind hier die Devise.

[1] Yang JH, Bhargava P, et al.: Antibiotic-induced changes to the host metabolic environment inhibit drug efficacy and alter immune function, Cell Host & Microbe, Online veröffentlicht am 30.11.2017

[2] Katri Korpela, Anne Salonen, Lauri J. Virta, Riina A. Kekkonen, Kristoffer Forslund, Peer Bork, Willem M. de Vos: Intestinal microbiome is related to lifetime antibiotic use in Finnish pre-school children, Nature Communications, 26.01.2016

[3] https://www.aerzteblatt.de/archiv/127068/Mikrobiomforschung-Wie-koerpereigene-Keime-als-Superorgan-agieren

[4] Sandler B.P., Amer J Pathol., 17, p. 69, 1941

[5] Béliveau R, Gingras D: Krebszellen mögen keine Himbeeren – Nahrungsmittel gegen Krebs, 12. Auflage, 2009, Kösel-Verlag

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