Multiresistente Keime bedrohen unser Gesundheitswesen

Multiresistente Keime werden zu einem immer größeren Problem für unser Gesundheitswesen, weswegen wir immer mehr auf natürliche Antibiotika zurückgreifen müssen.

Dank Hühnerzüchtern in Asien besitzen wir keinerlei Reserve-Antibiotika mehr. Die Gewinnmargen für die Entwicklung neuer Antibiotika sind so gering, dass die pharmazeutische Industrie kein zu großes Interesse zeigt, auf diesem Gebiet Unsummen an Geld für etwaige Forschung auszugeben.
Simple Routine-Eingriffe werden lebensbedrohlich wegen multiresistenter Keime. Der Hospitalismus ist die vierthäufigste Todesursache in den USA.
Dies ist die Quittung für die jahrzehntelange Hybris, man hätte die Bakterien schon besiegt. Nachdem Alexander Fleming in 1928 zufällig Penicillin entdeckt hatte, hatten viele Menschen darauf gehofft.
Antibakterielle Substanzen, die von Pilzen, anderen Bakterien oder Pflanzen produziert werden, gibt es eigentlich schon immer. Die Tatsache, dass es heute noch Bakterien gibt, zeigt widerrum, wie stark die Antibiotikaresistenz-Aktivität in den Bakterien verankert ist. Sie ist nichts neues, ganz im Gegenteil.
Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Einzelwirkstoffe, die wir im letzten Jahrhundert entwickelt haben, inzwischen nicht mehr ihren Biss haben, den ihnen einmal innewohnte. Obwohl die verschiedenen Medikamente ganz unterschiedliche Wirkansätze haben, können die Mikroben sich ihnen anpassen und teilweise Resistenzen entwickeln gegenüber Antibiotika, mit denen sie gar keinen Kontakt hatten. Dies ist irgendwie faszinierend, aber auch erschreckend.
Die größten Brutstätten für multiresistente Keime sind, neben den Krankenhäusern und Bauernhöfen, die Kläranlagen, wenn man bedenkt, dass eingenommene Antibiotika zu ~70-80% unabgebaut wieder ausgeschieden werden. Selbst im häuslichen Bereich werden immer mehr resistente Keime gefunden. Dies ist eine beunruhigende Tatsache.
Die Natur zeigt aber, wie man der Bakterien-Plage Herr werden kann. Natürliche Antibiotika, wie sie z.B. die Pflanzen bilden, zeichnen sich durch sehr hohe Komplexität aus. Auch das Propolis, was die kleine Biene aus Baumharzen herstellt, ist sehr komplex. Es gibt nicht nur einen Wirkstoff, auf den sich die Bakterien einstellen können, sondern ein ganzer Cocktail an Wirkstoffen, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig unterstützen (Synergismus). Dies ist der Schlüssel zum Erfolg.
Diese Komplexität in ihrer Vollständigkeit zu erfassen stellt eine riesige Hürde dar, die man in Zukunft vielleicht mit Hilfe von Quantencomputern überwinden kann. Bis dahin bleibt uns aber nichts anderes übrig, als, in aller Bescheidenheit, uns der Natur zu bedienen, um nicht von den Superkeimen überrannt zu werden.

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