Der Darm – Eines der komplexesten Organe

Das Darmhirn

Teile des Darms können auch außerhalb des Körpers für Tage oder sogar Wochen arbeiten. Das liegt an seiner einzigartigen Ausstattung mit Nervenzellen. Diese Neuronen sind die einzigen außerhalb des Gehirns, die komplett autonom sind, d.h. sie benötigen keine Anweisung des Gehirns. Das Nervengeflecht des Darms liegt zwischen den Muskelschichten und der Schleimhaut. Das Darmhirn wird auch zweites Gehirn genannt, wegen seiner Größe und Komplexität. Es besteht aus etwa 100 Millionen Nervenzellen. Diese sind auf molekularer Ebene genauso ausgestattet wie die Neuronen des Gehirns. Das Nervensystem des Darms reguliert die Ausschüttung von Verdauungsenzymen, die Aufnahme von Nährstoffen über die Darmwand, den Blutfluss und die Barrierefunktion der Darmwand. Wenn die mechanischen Sensoren eine Dehnung des Darms registrieren, aktivieren Sie motorische Neuronen. Als Folge zieht sich die Muskulatur am betreffenden Darmabschnitt zunächst zusammen und erschlafft dann wieder, der Nahrungsbrei bewegt sich. Dabei wird der Darm auch vom vegetativen Nervensystem beeinflusst. Wir bekommen davon nichts mit, es sei denn, das Nervengeflecht im Verdauungstrakt funktioniert nicht richtig. Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, kommt es zu Schluckstörungen, Aufstoßen, einer verzögerten Magenentleerung, heftigen Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall oder einer Stuhlinkontinenz.

Der Darm und das Immunsystem

Der Darm erfordert die absolute Aufmerksamkeit des Immunsystem. Deshalb sind etwa 2/3 aller Immunzellen dort vor Ort im Einsatz. Gefährliche Erreger und Substanzen, die in den Körper eindringen wollen, müssen vom Immunsystem neutralisiert werden. Gleichzeitig soll die Körperabwehr tolerant gegenüber der Fülle an Mikroorganismen sein, die friedlich den Darm bewohnen. Dabei sind nur zehn Prozent der Zellen im menschlichen Organismus tatsächlich menschlich. Die meisten der Symbionten wohnen in unserem Darm – sie werden als das Mikrobiota bezeichnet. (Der Begriff Mikrobiom bezeichnet eigentlich nur das gesamte Genom unserer Mikroflora.) Bei einem Erwachsenen macht sie ein bis zwei Kilogramm aus und wird mit ihrer Stoffwechselleistung mit der Leber verglichen. Unsere Mikrobiota ernährt sich hauptsächlich aus den Ballaststoffen, die wir mit unserer Nahrung uns zuführen. Dabei wird unserem Körper etwa 10% als Nährstoffe (v.a. kurzkettige Fettsäuren) von den Mikroben zu Verfügung gestellt.

Darmbakterien wirken auf unser Gehirn

Die Bakterien im Darm produzieren sogar Neurotransmitter (Botenstoffe des Gehirns) und können damit Einfluss auf unser Denken und Verhalten nehmen. Im Tierversuch konnte gezeigt werden, das mit Antibiotika behandelte Mäuse eine eingeschränkte Denk- und Merkfähigkeit aufwiesen. Verabreicht man ihnen Probiotika (also bestimmte lebende Bakterienstämme), so konnte sich das positiv auf ängstliches Verhalten der Tiere auswirken. So besteht der begründete Verdacht, das eine Fehlbesiedlung des Darms zu neurologischen Erkrankungen, wie z.B. bestimmte Formen des Autismus, Depressionen und auch Angststörungen, führen können. Auch gibt es Hinweise, dass die Besiedlung des Darms sich auf die Entwicklung des Gehirns während des Reifungsprozesses auswirken könnte. Aber auch auf das Körpergewicht scheinen unsere Darmbakterien Einfluss nehmen zu können.

Mikrobiota und Übergewicht

Der Darmkeim Escherichia coli produziert spezielle Proteine, die Darmzellen dazu anregen, Sättigungshormone in die Blutbahn abzugeben. Die individuelle Darmflora kann also helfen, das Gewicht zu halten. Sie kann aber anscheinend auch dick machen. So hat man inzwischen Bakterien im Darm von unter Adipositas leidenden Menschen gefunden, die ihrem Wirt die ansonsten unverdauliche Cellulose aufschließen und die darin enthaltenen Kalorien zur Verfügung stellen. (Man wird dann auch vom Salat dick!) Das heißt aber nicht, dass ich mich jetzt nur noch von Fleisch ernähren sollte, da durch meinen erhöhten BMI mein Krebsrisiko schon erhöht ist und durch die Fleischkost noch weiter erhöht wird. Vielmehr sollte ich die Form der Ballaststoffe ändern und zusätzlich zu mir passende Probiotika einnehmen, um Einfluss auf die Zusammensetzung meiner Darmflora zu nehmen.

 

(c) Thomas Würzler

Frühlingszeit = Heuschnupfenzeit

Laut spiegel.de leidet jeder 6. Mensch in Deutschland an Heuschnupfen , Tendenz steigend.

Allergie = angeborene oder erworbene Änderungen der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems. Unser Immunsystem hat zwischen dem, was unserem Körper schadet und was nicht, zu unterscheiden.

Ein gesunder Organismus merkt davon nichts. Dies haben wir unseren Suppressorzellen (Unterdrückerzellen) zu verdanken. Bei Allergikern ist dieses Gleichgewicht nun gestört. Es kommt bei Kontakt mit bestimmten Stoffen, die eigentlich unproblematisch für den Körper sind, wie z.B. Pollen, zu einer ungebremsten Ausschüttung von Histamin.

Eine Therapie mit Antihistaminika und Cortison kann nur zu einer zeitweiligen Linderung der Beschwerden führen, aber nicht zur Heilung – im Gegenteil, durch die Gabe von Cortison beeinflusse ich die körpereigene Cortisonproduktion negativ, so dass die Allergie hinterher noch stärker sein kann, oder aber, es kommt sogar zum Etagenwechsel, und man bekommt dann anstatt Heuschnupfen allergisches Asthma.  Auch wenn ich eine gestörte Darmflora habe, was häufig allein durch die Gabe von Antibiotika verursacht wird, kann sich eine Allergie entwickeln.

Eine biologische Allergiebehandlung dagegen zielt darauf ab, den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen, so dass er ganz natürliche Stoffe, wie z.B. Pollen, Hausstaub oder Pilzsporen wieder akzeptieren und tolerieren soll.

Dazu gehören u.a. Eigenblutinjektionen, Akupunktur, Homöopathie, Bioresonanz und Fußreflexzonenbehandlung.
Auch sollte man eine Symbioselenkung durchführen, d.h. man siedelt passende Leitkeime im Darm an, die dann zu einem Wiederaufbau einer gesunden Darmflora führen können, was sich positiv auf mein Immunsystem auswirken kann.

Dazu gehört aber auch eine gesunde Ernährung, die meine Darmflora nicht negativ belastet.
Bei manchen Menschen kann auch durch die Vermeidung eines Grundallergens, wie z.B. Kuhmilch, die Allergie auf andere Substanzen verschwinden.

(c) Helmut & Thomas Würzler

Genetik vs Umwelt und der Faktor der Epigenetik

Nach einer weit verbreitete Meinung, lassen sich die Ursachen chronischer Erkrankungen in zwei Hauptfaktoren, in erworbene Anteile, die durch äußere Faktoren hervorgerufen werden, und genetisch bedingte Anteile, die wir von unseren Vorfahren mitbekommen, als innere Anteile unterteilen.[1]
Dabei wird die Einteilung zwischen äußeren Faktoren, wie z.B. Umweltgifte, und meiner genetisch mitgebrachten Widerstandsfähigkeit (gegenüber diesen Umweltgiften) durch die Epigenetik teilweise auf den Kopf gestellt.

Genetisch bedeutet, dass die Information in der DNS (Desoxyribonukleinsäure, oder englisch DNA mit A für Acid = Säure) abgespeichert ist.
Hier wäre also die genetische Ebene, die bestimmt, wie widerstandfähig ich gegenüber Umweltfaktoren bin.
Wenn ich „gute“ Gene mitbekommen habe, bin ich weniger empfindlich und merke erst später meine Probleme oder vielleicht auch überhaupt nicht. (z.B. der hundertjährige Raucher, der schon seit 90 Jahren Kette raucht und keinerlei Probleme hat vs dem krebskranken 35-Jährigen, der vielleicht nur ein paar Jahre geraucht hat)
Deshalb ist auch die Festlegung von Grenzwerten für bestimmte Schadstoffe so problematisch. Die genetisch festgelegte enzymatische Entgiftungsleistungen differiert von Mensch zu Mensch und ist normalerweise auch anfänglich nicht bekannt, weshalb man nicht im voraus wissen kann, wie empfindlich jemand auf einen Schadstoff reagiert. Auch wird bei den Grenzwerten für einzelne Schadstoffe die Wechselwirkungen der Schadstoffe untereinander, und die damit veränderte Wirkung auf den Organismus, nicht berücksichtigt.

Dann gibt es aber auch die epigenetische Ebene. Aber was ist das?

Wenn ich meine chromosomale DNA betrachte (also die DNA, die bestimmt, ob ich männlein oder weiblein, blond oder dunkelhaarig oder ähnliches bin.), dann habe ich wahnsinnig viel Information, die aber auf einem winzig kleinen Raum eingesperrt ist. Das geht aber nur, weil die DNA verpackt ist. Wenn ich das mit einer Bibliothek vergleiche, dann würde ich alle Bücher in Kartons packen und die Karton noch stapeln. Dadurch spare ich unheimlich viel Platz, aber in so verpackten Büchern kann ich weder lesen, noch bestimmte Informationen suchen! Also klebe ich mir auf die Kartons Aufkleber, die mir sagen, wo ich meine Informationen, die ich im Moment brauche, finden kann. Das macht meine Zelle mit Methyl-Resten, mit denen meine DNA markiert wird. Deshalb macht eine Leberzelle das, was eine Leberzelle machen soll, und eine Hirnzelle das, was eine Hirnzelle machen soll, obwohl beide die gleiche DNA in sich tragen.
Die Markierung mit Methyl-Resten nennt man das Methylierungsmuster. Man weiß inzwischen, dass das Methylierungsmuster durch Umweltfaktoren, wie z.B. meine Nahrung (Man ist, was man ißt!), Erkrankungen, mein Verhalten oder aber meine Psyche beeinflusst wird.
Veränderte Methylierungsmuster werden in Zusammenhang mit der Onkogenese, also der Entwicklung von Krebs, gebracht.[2][3]
Gegenstand aktueller Forschung ist, ob diese Informationen an die nächste Generation weitergegeben wird. Dazu gibt es zwar deutliche Hinweise aus der Botanik und der Tierforschung, aber, ob das den Menschen betrifft, muss erst noch zweifelsfrei bewiesen werden.[4] (Nicht desto trotz sind die Mechanismen, die hinter der Methylierung von DNA stecken, so rudimentär, das es schon an ein Wunder grenzen würde, wenn dieses Problem ausgerechnet bei uns Menschen nicht auftreten sollte.)
Deshalb hat meine Ernährung, meine Psyche, die Umweltgifte und so weiter nicht nur eine Wirkung auf mich und meine Zukunft, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach auch auf die Zukunft meiner Kinder und der nachfolgenden Generationen und bestimmt damit auch wieder, wie widerstandsfähig die dann sein werden.

1: Uwe Ohmer, Chronische Erkrankungen erfolgreich behandeln mit der Regenerativen Mitochondrien-Medizin, tao.de in J. Kamphausen Verlag, 2013
2: David S. Shames, John D. Minna, Adi F. Gazdar, DNA Methylation in Health, Disease and Cancer, 2007,85-102 ,Curr. Mol. Med.
3: Robert A. Weinberg, The biology of cancer, Garland Science, 2014
4: Berhard Kegel, Epigenetik – Wie unsere Erfahrungen vererbt werden, DuMont, 2017

 

(c) Thomas Würzler

Krebs und Ernährung

Laut Robert Koch Institut stirbt jeder 4. in Deutschland an Krebs. Somit ist Krebs die zweit häufigste Todesursache nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Dabei gilt Krebs als eine im erheblichen Maß vermeidbare Erkrankung, da die wichtigsten Risikofaktoren durch den einzelnen Lebensstil besonders stark beeinflusst werden.
Allein beim Dickdarmkrebs ließen sich in Deutschland, nach dem World Cancer Research Fund, 2/3 der jährlichen Krebsfälle durch eine bessere Ernährung vermeiden. Dies betrifft auch die Magenkrebsrate.
Schon Daten aus den 1970er und 1980er Jahren legen nahe, das, insgesamt betrachtet, etwa 30% der jährlichen Krebsfälle durch falsche Ernährung bedingt werden. Laut DGE ließe sich, allein in Deutschland, durch eine optimale Ernährung etwa 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr verhindern. Dazu kommen dann noch Faktoren, wie Bewegungsmangel und Übergewicht, die auch noch mal zu 15% der Fälle Ursache einer Krebserkrankung sind.

Die WCRF und AICR geben 10 Empfehlungen heraus:

  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht
  • Bleiben Sie in Bewegung
  • Vermeiden Sie hochkalorische Getränke und Speisen
  • Essen Sie vor allem pflanzliche Kost
  • Beschränken Sie die Zufuhr an rotem Fleisch und vermeiden Sie das Essen von stark verarbeitetem Fleisch (Wurst, gepökeltes, geräuchertes oder mit chemischen Konservierungsstoffen behandeltes)
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein
  • Vermeiden Sie mit Salz haltbar gemachte Lebensmittel und essen Sie nichts, in dem verschimmeltes Getreide oder Hülsenfrüchte verarbeitet wurden
  • Versuchen Sie möglichst Ihre Nährstoffe auf natürlichem Wege zu zuführen
  • Säuglinge sollten mindestens bis zum 6. Lebensmonat voll gestillt werden
  • Krebs-erkrankte sollten sich, auch nach Abschluss ihrer Behandlungen, weiterhin strikt an alle Ernährungsempfehlungen halten

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Übergewichtigkeit geschenkt werden. Bei Personen mit erhöhtem BMI (Body-Mass-Index) sind meistens erhöhte Entzündungswerte, eine herabgesetzte Insulinsensitivität und eine erhöhte Östrogenkonzentration festzustellen, alles Faktoren, die im Verdacht stehen, das Wachstum von Tumoren zu fördern.

 

(c) Thomas Würzler

Kohlenhydrate – Brennstoffe oder Dickmacher?

Es gibt drei Grundnährstoffe:

  • Fette,
  • Eiweiße und
  • Kohlenhydrate.

Es gibt essenzielle (d.h. kann der Körper nicht selbst herstellen und muss damit über die Nahrung zugeführt werden) Fettsäuren und Aminosäuren (Bausteine von Eiweißen und Enzymen), es gibt aber keine essenziellen Kohlenhydrate, die wir mit der Nahrung aufnehmen müssten.

Der Körper ist in der Lage, sie selbst herzustellen (Gluconeogenese – aus Eiweißen und Fett). Das Gehirn und die roten Blutkörperchen brauchen für ihre Energiegewinnung Glukose (Traubenzucker), wobei das Gehirn auch auf Milchsäure oder Ketonkörper (Abbauprodukte von Fett-und einigen Aminosäuren) zurückgreifen kann, die ihm die Astrozyten (Spezielle Nähr- und Stützzellen im Gehirn, die wiederum Fettsäuren zur Energiegewinnung nutzen können.) liefern.

Ihren Namen haben die Kohlenhydrate aus ihrer Zusammensetzung von Kohlenstoff C, Wasserstoff H und Sauerstoff O, die einer allgemeinen Summenformel folgen: Cn(H2O)n. Zum Beispiel gehört Glukose zu den Hexosen. Sie hat also 6 Kohlenstoff-, 12 Wasserstoff- und 6 Sauerstoffatome. Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit, als man noch keine klare Vorstellung von der Struktur der einzelnen Zuckermoleküle hatte, sondern nur, über Elementaranalysen, die Zusammensetzung mit den einzelnen Elementen des Periodensystem der Elemente bestimmen konnte.

Kohlenhydrate bestehen aus:

  • Einfach- (z.B. Trauben- oder Fruchtzucker),
  • Zweifach-(z.B. Rohr- oder Milchzucker) oder
  • Mehrfachzuckern (z.B. Stärke oder Cellulose).

Die Begriffe „Traubenzucker“, „Fruchtzucker“ oder „Rohrzucker“ sind irreführend. Zum Beispiel wurde Saccharose, also „Rohrzucker“,  das erste Mal aus Zuckerrohr isoliert, deswegen nennt man sie „Rohrzucker“, auch wenn sie bei uns zum großen Teil aus Zuckerrüben gewonnen wird. Fructose, also „Fruchtzucker“ heißt immer „Fruchtzucker“, und ist nicht zu verwechseln mit natürlicher Süße in Früchten, die sich aus Glukose und Fruktose zusammensetzt. (Daneben enthält aber Obst auch Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die dem Körper helfen, mit der aufgenommenen Zuckermenge klar zu kommen.)

Bei der Verdauung werden im Darm die komplexeren, abbaubaren Kohlenhydrate in Einfachzucker gespalten, die dann ins Blut aufgenommen werden.

Vollkornprodukte geben dabei nur allmählich ihren Anteil an Kohlenhydraten ab. Der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an und bleibt länger konstant. Außerdem können die Ballaststoffe im Getreide Schwermetalle binden und damit dafür sorgen, dass diese ausgeschieden werden. In Obst und Gemüse finden sich neben Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen auch Kohlenhydrate, und zwar in einer Menge und Konzentration, die für unseren Organismus kein Problem darstellen.

Werden aber zu viele Kohlenhydrate in Form von industriell hergestellter, stark denaturierter Lebensmittel, wie z.B. Weißmehlprodukte oder Süßigkeiten, verzehrt, in denen raffinierte Kohlenhydrate in leicht aufnehmbarer Form vorliegen, wird dem Körper sehr schnell sehr viel Energie bereitgestellt, die eigentlich über körperliche Aktivität sofort verbraucht werden müsste.
Da ein hoher Blutzuckerspiegel eine Gefahr für den Organismus darstellt, wandelt der Organismus den Zucker, der von den Zellen nicht aufgenommen wird, in Fett um. Nach dem zuviel an Zucker im Blut komme ich dann in einen Unterzucker – ich kann mich dann nicht mehr richtig konzentrieren… Zu viele Kohlenhydrate machen also übergewichtig und behindern das Denken.

Da ich mich jetzt im Unterzucker befinde, bekomme ich Heißhunger – ich fühle mich, als ob ich am verhungern bin, obwohl ich einen Vorrat an Kalorien mit mir rumtrage, der vielleicht für ein ganzes Jahr reichen würde. Das führt dazu, dass ich mich „überesse“. Damit kommen dann noch mehr Kalorien in die Fettdepots.

Selbst die Fettzellen selber, mein Hormonsystem (Fettzellen bilden selbst Östrogen) und die veränderte Hirnchemie sorgen dafür, dass ich träge und hungrig werde.

Isolierte Kohlenhydrate sind also die Dickmacher Nummer eins – allen voran die Softdrinks (also Cola und andere Limonaden), da ich hier eine noch geringere Kontrolle über meine Kalorienzufuhr habe. (Um gleich einen gängigen Irrtum auszuräumen – Süßstoff macht nicht schlank, sonst würde das Zeug nicht in der Tiermast eingesetzt – sondern es erzeugt einen Unterzucker im Körper und der führt dann zu einer Heißhungerattacke.) Mit gesüßten Getränken  sollte ich sowieso nicht meinen Durst löschen, sondern nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee.

(c) Thomas Würzler

Mitochondriopathie als Ursache für Burn out, Depression, Herzrhythmusstörungen u.v.m.

Mitochondrium:

„Eine Zellorganelle , die zu mehreren in unseren
Zellen vorkommt und die das Kraftwerk unserer Zellen darstellt.“

Pathos:

„Das Leiden.“

Die Mitochondrien stammen von Prokaryonten (Prokaryonten sind einfacher

Mitochodrium im Detail
https://de.wikipedia.org/wiki/Mitochondrium

aufgebaute kleine Bakterien ohne Zellkern) ab, die mit Eukaryonten eine Symbiose (ein Zusammenleben verschiedener Spezies zum Gegenseitigen nutzen) eingegangen sind. Diese stellen eine Zellorganelle (Organellen sind Mini“organe“ unserer Körperzellen, die spezialisiert sind auf bestimmte Funktionen, wie z.B. Bildung von Enzymen oder anderes) dar, das sogar sein eigenes Erbmaterial hat und sich quasi eigenständig vermehrt. Nach dem aktuellen Kenntnisstand erben wir die Mitos nur von unserer Mutter. Sie sind unsere Kraftwerke, die unsere Körperzellen erst dazu befähigen, unsere Nahrung mit Hilfe von Sauerstoff zu verbrennen, um daraus Energie zu gewinnen.

Mithilfe der Mitochondrien wird Acetyl-CoA (Acetyl-Coenzym A) aus dem Zucker-, Eiweiß- und Fettstoffwechel mit Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser verbrannt und die Energiewährung ATP (Adenosintriphosphat – es sind also drei -´tri´- Phosphatreste angehängt) aus Adenosindiphosphat – ADP – und ein Phosphat erzeugt (oxidative Phosphorylierung).
Dieses wird dann in den Zellen überall dort wo Energie gebraucht wird wieder in ADP und ein Phosphat gespalten und die freiwerdende Energie genutzt.

Die Anzahl der Mitochondrien pro Zelle variiert, je nachdem wie viel Energie eine Zelle verbraucht. Zum Beispiel haben die Herz-, Leber- und Hirnzellen mit den höchsten Stoffwechsel im Organismus und enthalten damit sehr viele Mitochondrien (bis zu 5000). Bei gesunden Menschen wird über 90% der Energie durch die Energiegewinnung in den Mitochondrien erzeugt. Die ist 18fach effektiver als anaerobe (sauerstofffreie) Energiegewinnung im Cytosol (Raum im inneren der Zelle gefüllt mit Zellflüssigkkeit).
Der Stoffwechselzyklus zur Energiebereitstellung in den Mitochondrien wird Atmungskette genannt. Er besteht aus fünf hintereinander geschalteten mitochondrialen Enzymen, den Atmungskettenkomplexen I, II, III, IV und V und ist an der Innenmembran lokalisiert. Hier werden NADH (Nikotinamidadenindinucleotid) und FADH2 (Flavinadenindinucleotid) deprotoniert in NAD+ und FAD2+, d.h. die Protonen werden abgespalten. Die Protonen werden durch die Membran in den Zwischenraum der inneren und äußeren Mitochondrien-Membran transportiert und dort angesammelt. Die Protonen fließen über den Fünften Enzymkomplex (ATP-Synthase) wieder in die Mitochondrien-Matrix hinein, dabei entsteht Wasser und energiereiches ATP.

Ein weiterer Zyklus ist eng mit der Atmungskette verknüpft: der Zitronensäurezyklus. Dieser besteht ebenfalls aus hintereinandergeschalteten Enzymen und ist im Inneren der Mitochondrien, der Mitochondrien-Matrix angesiedelt. Hier werden NAD+ und FAD2+ protoniert, also mit H+ beladen und das Acetyl-CoA schrittweise zu CO2 abgebaut.

Ist die Funktion der Mitochondrien nachhaltig gestört, verringern sich auch notwendige Enzyme, Aminosäuren, Hormone und Immunzellen, die für die regelgerechten Organfunktionen wichtig sind, da die Mitochondrien neben der katabolen (abbauenden) auch eine anabole (aufbauende) Funktion haben.

Bei der Energieerzeugung in der Mitochondrien entstehen freie Sauerstoff- und Stickstoffradikale als Nebenprodukte, die durch die Stoffwechselsysteme der Zellen neutralisiert werden müssen.

(ROS = reaktive Sauerstoffspezies – reactiv oxigen species – wie zum Beispiel das Superoxid O2- , das Hydroxyl-Radikal HO• und auch Wasserstoffperoxid H2O2, Stickstoffmonoxid NO ein Gas, das von allen Körperzellen gebildet werden kann. Es hat sehr viele Wirkungen im Körper, zum Beispiel ist es dafür zuständig, dass sich Arterien, Bronchien oder der Darm nach einem Zusammenziehen wieder entspannen und weiten können.)

Geschieht das nicht mehr in einem ausreichendem Maße, entsteht oxidativer und nitrosativer Stress, welcher die Fehlfunktion der Mitochondrien verstärkt.

Da sich in allen Körperzellen Mitochondrien befinden, können alle Zellsysteme von einer Mitochondriopathie betroffen sein. Ungleichgewichte im mitochondrialen Stoffwechsel stellen sich durch eine Verschiebung der Substrate in der Atmungskette oder im Zitronensäurezyklus dar. Es kann zu einem Stau oder zu einer Erschöpfung diese Substrate kommen, die die Zyklen behindern und letztendlich die Energiebereitstellung in Form von ATP entscheidend reduzieren.

Die Symptome bei erworbener Mitochondriopathie sind:

  • Gedächtnis und Konzentrationsstörungen,
  • Müdigkeit und Stressempfindlichkeit,
  • belastungsabhängiger Tinnitus,
  • Herzrhythmusstörungen,
  • chronische Schmerzen,
  • Muskelschmerzen und Verhärtungen,
  • erhöhte Infektanfälligkeit,
  • Ängstlichkeit und Panikattacken,
  • Depressionen, Psychosen und Schlafstörungen,
  • Irritation des Magen-Darm-Trakts,
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Hypoglykämie,
  • Störungen des Hormonhaushaltes und
  • das Burn-Out Syndrom.

Die Auswirkungen auf die Biochemie bei erworbener Mitochondriopathie sind:

  • die übermäßige Bildung von Stickoxid- und Peroxid-Radikalen,
  • Aminosäuren mit Phenylgruppe werden nitrosiert und Thiol-Gruppen oxidiert,
  • eisensulfidhaltige und eisenhaltige Enzyme werden blockiert,
  • Pyruvatstau durch Hemmung der Aconitase im Citratzyklus,
  • massiv erhöhtes Laktat/Pyruvat-Verhältnis,
  • verminderte mitochondrialen Energiebereitstellung in Form von Adenosintriphosphat (ATP) durch – Hemmung des Citratzyklus und der Atmungskette,
  • Mangel an NADH durch Hemmung des Citratzyklus und der Fettsäureoxidation und
  • erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen durch anaeroben Stoffwechsel.

Unbehandelt können  sie langfristig zu massiven Erkrankungen wie chronisches Müdigkeitssyndrom, Fibromyalgie, multiple Chemikalienempfindlichkeit, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Autoimmunerkrankungen, Tumorentwicklungen und vieles mehr führen.

(c) Thomas Würzler

Homöopathie

Geschichtliches

Begründet wurde die Homöopathie von dem Arzt, Apotheker, Chemiker und Übersetzer medizinischer Literatur Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755- 1843), der den damaligen Behandlungsmethoden – Aderlass, Schröpfen, Verabreichung toxischer Substanzen äußerst kritisch gegenüberstand. Er gab zunächst seine praktische Tätigkeit auf, da er nicht länger nach den vorhandenen Krankheitshypothese Substanzen verabreichen wollte, die ihre Anwendung in der damaligen Arzneimittellehre einer willkürlichen Entscheidung verdankten, als er in Leipzig 1790 ein Schlüsselerlebnis hatte. Bei der Übersetzung des Textes des schottischen Arzneimittellehrers Cullens kamen ihm Zweifel über die Ursachen der Wirkung der dort beschriebenen Chinarinde und er führte einen Eigenversuch damit durch. „Homöopathie“ weiterlesen

Was ist die richtige Ernährung?

Vollwert-Ernährung

oder

„Wie halte ich mich mit meiner Nahrung gesund?“

Wichtige Fragen:

  • Ob und wieviel Fleisch sollte ich überhaupt essen?
  • Wie beeinflusst meine Nahrung meine Darmflora und was bewirkt das bei mir?
  • Was muss ich tun, um Krebs vorzubeugen?

Die Welt der Ernährung

Wissenschaft einig:
Ohne die Vielfalt an pflanzlicher Kost
können wir nicht gesund alt werden!

  • Über 30% der Fälle von Magen- und
    Darmkrebs sind ernährungsbedingt.
  • Über 50% der Diabetes-Fälle könnte man
    durch die Reduktion von Bauchfett
    verhindern
  • Auch bei Herzinfarkt und Schlaganfall geht
    man davon aus, dass in 30% der Fälle eine
    Fehlernährung vorliegt.


Täglich entstehen ca. 1 Mio. mutierte Zellen in unserem Körper, also Vorstufen von Krebs. Davon muss nur eine zur Krebszelle werden, damit ich krank werde. Es ist also nicht erstaunlich, dass 40% der Deutschen an Krebs erkranken, sondern dass es nicht 100% sind.
Ein Teil von uns macht also das Richtige.


Die Vitamine, Mineralien und sog. sekundäre Pflanzenstoffe sind die Basis für einen funktionierenden Körper. Über Jahrmillionen haben sich unsere evolutionären Vorfahren von Pflanzen ernährt. Wir sind auf einen beständigen Zufuhr von Vitalstoffen angewiesen, um unseren Körper in seiner Arbeit, uns gesund zu erhalten, zu unterstützen.

cooking food kitchen cutting cook hands man male knife preparation fresh preparing hand table salad concept - stock image

Wir essen aber viel zu viel Fleisch und Wurst. Wir brauchen, wenn überhaupt, höchstens 600g Fleisch pro Woche.

(Vor allem Männer in Deutschland liegen beim dreifachen darüber! In den Stuhlproben, die heutzutage im Labor untersucht werden, findet man etliche Mengen an fast unverdauten Fleischfasern vom Rind, Schwein, Huhn, ect… Der Dünndarm kann also gar nicht so viel aufnehmen und im Dickdarm fault es dann vor sich hin und erzeugt Leichengifte!) Dabei darf man die eingenommenen Medikamente nicht aus den Augen verlieren. So können sog. Protonenpumpen-Hemmer die Fleischverdauung negativ beeinflussen. Auch die Zusammensetzung meiner Darmflora kann von diesen Medikamenten beeinflusst werden, so dass Species, die normalerweise den Mund-Rachenraum besiedeln, im Darm wiedergefunden werden, wo sie normalerweise nicht hingehören. Was dies letztendlich für Konsequenzen hat, muss aber erst noch untersucht werden.

Meine Darmflora hat aber einen großen Einfluss auf meine Gesundheit und hängt von der Zusammensetzung meiner Nahrung ab. Sie beeinflusst meine Psyche, sorgt dafür, dass ich mein Gewicht halte, stärkt mein Immunsystem u.v.a.m.

Dabei hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Zusammensetzung und Menge meiner Ballaststoffe in der Nahrung ein entscheidender Faktor ist, welche Spezies an Darmkeimen in meinem Darm vorherrschen und damit, ob meine Darmflora sich positiv oder negativ auf meinen Körper auswirkt. Auch Fleisch aus Massentierhaltung kann sich negativ auf meine Darmflora auswirken, da sie Antibiotika enthält. Das selbe gilt für Konservierungsstoffe – auch sie beeinflussen meine Darmflora negativ.

Healthy eating. Happy family mother and children prepares vegetable salad in kitchen

Auch das Thema Zucker ist nicht zu unterschätzen.

„Gesundheitsgefährder Nr. 1: Zucker“

Haushaltszucker, wie z.B. weißer Zucker, Rohrohrzucker wie auch andere Zuckerisolate, aber auch Auszugsmehle, wie weißes Mehl (Weizenmehl) oder Graumehl(Roggenmehl), schaden der Gesundheit und führen zu Diabetes, Stoffwechselerkrankungen, Atherosklerose u.a. (Auch hier liegt ein Grund für eine Fehlbesiedlung des Darms aufgrund von zu viel Zucker, denn das fördert das Wachstum von Pilzen im Darm .)  Im besonderen die sog. Softdrinks mit ihrem hohen Zuckergehalt stellen ein sehr großes Problem dar, da hier die Menge an zugeführten Zucker und damit Kalorien noch schlechter kontrolliert werden kann.

„Eure Nahr-   ungsmittel
sollen eure Heilmittel sein
und eure Heilmittel sollen
eure Nahrungsmittel sein.“
Hippokrates von Kos
460 bis 377 v. Chr.
griechischer
Arzt

Siehe auch:
Artikel: Die richtige Ernährung
Gesellschaft für Gesundheitsberatung Lahnstein

Eigenblutinjektion

Eigenblutinjektionen gehören zu den Umstimmungstherapien
Eigenblutinjektion

Die Eigenblutbehandlung kann eingesetzt werden bei chronischen Infekten, allergischen Erkrankungen, Neurodermitis, Asthma, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises uvm. ähnlich wie beispielsweise regelmäßig durchgeführte kalte Güsse oder Saunabesuche stimmen sie den Körper um und wecken seine Selbstheilungskräfte.

Das in die Muskeln injizierte Blut kann das Immunsystem anregen. Dieses richtet sich aber nicht gegen das eigene Blut, sondern, einmal aktiviert, verstärkt gegen körperfremde Eindringlinge wie Viren oder Bakterien. Auch wirkt eine Eigenblutbehandlung ausgleichend auf überschießende Reaktionen des Immunsystems.

Von den ersten Versuchen bei chirurgischer Wundbehandlung berichtet 1876 erstmal Schede. Die eigentlichen Begründer der Eigenblutinjektionen waren zwei schwedische Ärzte (Grafstrom und Elfstrom), die in Amerika praktizierten und 1898 erstmals kochsalzverdünntes Eigenblut einsetzten, zunächst bei Pneumonien, später auch bei Tuberkulose und das mit großem Erfolg.

Die 1912 veröfffentlichte Arbeit von R. Schmidt über Arzneimittel der unspezifischen Proteinkörpertherapie erhielt die Eigenblutbehandlung ihre wissenschaftliche Basis. Von nun an gewann diese Therapieform immer mehr Anhänger. So war es vor allen Dingen der Dermatologe Spiethoff, der von 1913 an alle im dermatologischen Bereich gemachten Erfahrungen mit Eigenblutinjektionen sammelte und publizierte.

Damit schuf er die Grundlagen für die Eigenblutbehandlung, die bis heute noch allgemeine Gültigkeit haben. Die eingehenden Untersuchungen von Vorschütz und Tenckhoff im Jahre 1922 zum Thema Eigenblutbehandlung bestätigten die bislang gemachten Erfahrungen und erhärteten dadurch die wissenschaftlichen Arbeiten von R. Schmidt und Spiethoff.

Die Eigenblutbehandlung wird populär und zum Allgemeingut. Sie findet nunmehr auch Anwendung in anderen medizinischen Disziplinen. Anlässlich von Kongressen wird zunehmend über die Eigenblutbehandlung referiert, so z. B. auf dem 47. Chirurgenkongreß 1923. Die Therapie mit Eigenblut wird zum Thema vieler Dissertationen.
Weitere Bestätigung findet diese Therapieform durch die Veröffentlichung von F. Hoff „Unspezifische Therapie und natürliche Abwehrvorgänge“ und durch das von Koeniger geschriebene Buch „Krankenbehandlung durch Umstimmung“.

Allergie – Geissel unserer Zeit

Der Anteil der Allergiker in der Bevölkerung nimmt immer mehr zu. Dabei stellt sich die Frage, ob konventionelle Therapiekonzepte zur Lösung dieses Problems überhaupt führen können.
Allergie = angeborene oder erworbene Änderungen der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems. Unser Immunsystem hat zwischen dem, was unserem Körper schadet und was nicht, zu unterscheiden. Ein gesunder Organismus merkt davon nichts. Dies haben wir unseren Suppressorzellen (Unterdrückerzellen) zu verdanken. Bei Allergikern ist dieses Gleichgewicht nun gestört. Es kommt bei Kontakt mit bestimmten Stoffen, die eigentlich unproblematisch für den Körper sind, wie z.B. Pollen, zu einer ungebremsten Ausschüttung von Histamin (Gewebshormon). Folge sind Heuschnupfen, Neurodermitis und Bronchialasthma.
Man fasst heute aber den Begriff ‚Allergie‘ viel weiter. Wissenschaftliche Beobachtungen zeigen, dass auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die zu chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, Migräne, Bluthochdruck (Hypertonie), Rheuma, Übergewicht, Muskel- und Gelenkbeschwerden und chronische Müdigkeit führen, dazu zählen. Wenn man z.B. nach dem Essen auffällig müde wird, kann das auf eine Unverträglichkeit hindeuten. Aber auch eine Gier auf bestimmte Nahrungsmittel (Man ist ein Stück Schokolade, und dann muss man auch den Rest der Tafel essen.) kann auf eine allergische Reaktion hinweisen. Wie man sehen kann, muss das Bild einer Allergie heute viel weiter gefasst werden.

Beispiel aus meiner Praxis

Um das Wesen einer Allergie richtig verstehen zu können und entsprechend therapeutisch richtig und gezielt vorgehen zu können, ist folgendes wichtig: Man muss zwischen Allergieauslöser und Allergieverursacher differenzieren. Zur Erläuterung ein Beispiel aus meiner Praxis: Patientin mittleren Alters litt Jahrzehnte unter schwerem allergischem Asthma. Der Schuldige war schnell gefunden. Es war der sprichwörtliche ‚arme‘ Hund (Hundehaare = Allergieauslöser).

Cortison und Aerosole konnten die Beschwerden nur bedingt unterdrücken. Als die Patientin in meine Praxis kam stellte ich fest, dass sie Amalgam und Gold in ihrem Mund hatte (Mundbatterie = Allergieverursacher).

Mundstrommessungen ergaben ein Spannungsgefälle von 500 mV und einen Strom von 30 µA. Ihr Zahnarzt bestätigte die Messungen und entfernte die Metalle. Zusätzlich wurde noch eine Ausleitungstherapie angeschlossen. Nach einiger Zeit war die Patientin ihr Bronchialasthma los und der arme Hund rehabilitiert.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Suche nach dem Allergieauslöser (in diesem Fall die Hundehaare) oft nicht die Lösung bringt. Vielmehr die Beseitigung des Allergieverursachers (hier die Mundbatterie) brachte den Erfolg. Dazu eine Anmerkung: Wenn eine Mutter während der Schwangerschaft und Stillzeit Amalgam im Mund hatte, so ist auch ihr Kind belastet.

Bitte suchen Sie jetzt nicht jede Ursache einer Allergie im Mund. Ernährungsfehler, die Pille, Implantate, Schimmelpilze, Dysbakterien, Derivate von Schimmelpilzprodukten, die Verwendung in der Nahrungsmittelindustrie finden, Impfblockaden oder Kuhmilchunverträglichkeiten können Ursachen sein.

 

(c) Helmut Würzler