{"id":379,"date":"2018-08-15T14:09:45","date_gmt":"2018-08-15T14:09:45","guid":{"rendered":"http:\/\/heilpraktiker-wuerzler.de\/?p=379"},"modified":"2023-07-09T14:46:20","modified_gmt":"2023-07-09T14:46:20","slug":"der-darm-das-organ-der-superlative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heilpraktiker-wuerzler.de\/?p=379","title":{"rendered":"Der Darm \u2013 Eines der komplexesten Organe"},"content":{"rendered":"<h3>Das Darmhirn<\/h3>\n<p>Teile des Darms k\u00f6nnen auch au\u00dferhalb des K\u00f6rpers f\u00fcr Tage oder sogar Wochen arbeiten. Das liegt an seiner einzigartigen Ausstattung mit Nervenzellen. Diese Neuronen sind die einzigen au\u00dferhalb des Gehirns, die komplett autonom sind, d.h. sie ben\u00f6tigen keine Anweisung des Gehirns. Das Nervengeflecht des Darms liegt zwischen den Muskelschichten und der Schleimhaut. Das Darmhirn wird auch zweites Gehirn genannt, wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe und Komplexit\u00e4t. Es besteht aus etwa 100 Millionen Nervenzellen. Diese sind auf molekularer Ebene genauso ausgestattet wie die Neuronen des Gehirns. Das Nervensystem des Darms reguliert die Aussch\u00fcttung von Verdauungsenzymen, die Aufnahme von N\u00e4hrstoffen \u00fcber die Darmwand, den Blutfluss und die Barrierefunktion der Darmwand. Wenn die mechanischen Sensoren eine Dehnung des Darms registrieren, aktivieren Sie motorische Neuronen. Als Folge zieht sich die Muskulatur am betreffenden Darmabschnitt zun\u00e4chst zusammen und erschlafft dann wieder, der Nahrungsbrei bewegt sich. Dabei wird der Darm auch vom vegetativen Nervensystem beeinflusst. Wir bekommen davon nichts mit, es sei denn, das Nervengeflecht im Verdauungstrakt funktioniert nicht richtig. Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, kommt es zu Schluckst\u00f6rungen, Aufsto\u00dfen, einer verz\u00f6gerten Magenentleerung, heftigen Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall oder einer Stuhlinkontinenz.<\/p>\n<h3>Der Darm und das Immunsystem<\/h3>\n<p>Der Darm erfordert die absolute Aufmerksamkeit des Immunsystem. Deshalb sind etwa 2\/3 aller Immunzellen dort vor Ort im Einsatz. Gef\u00e4hrliche Erreger und Substanzen, die in den K\u00f6rper eindringen wollen, m\u00fcssen vom Immunsystem neutralisiert werden. Gleichzeitig soll die K\u00f6rperabwehr tolerant gegen\u00fcber der F\u00fclle an Mikroorganismen sein, die friedlich den Darm bewohnen. Dabei sind nur zehn Prozent der Zellen im menschlichen Organismus tats\u00e4chlich menschlich. Die meisten der Symbionten wohnen in unserem Darm \u2013 sie werden als das Mikrobiota bezeichnet. (Der Begriff Mikrobiom bezeichnet eigentlich nur das gesamte Genom unserer Mikroflora.) Bei einem Erwachsenen macht sie ein bis zwei Kilogramm aus und wird mit ihrer Stoffwechselleistung mit der Leber verglichen. Unsere Mikrobiota ern\u00e4hrt sich haupts\u00e4chlich aus den Ballaststoffen, die wir mit unserer Nahrung uns zuf\u00fchren. Dabei wird unserem K\u00f6rper etwa 10% als N\u00e4hrstoffe (v.a. kurzkettige Fetts\u00e4uren) von den Mikroben zu Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<h3>Darmbakterien wirken auf unser Gehirn<\/h3>\n<p>Die Bakterien im Darm produzieren sogar Neurotransmitter (Botenstoffe des Gehirns) und k\u00f6nnen damit Einfluss auf unser Denken und Verhalten nehmen. Im Tierversuch konnte gezeigt werden, das mit Antibiotika behandelte M\u00e4use eine eingeschr\u00e4nkte Denk- und Merkf\u00e4higkeit aufwiesen. Verabreicht man ihnen Probiotika (also bestimmte lebende Bakterienst\u00e4mme), so konnte sich das positiv auf \u00e4ngstliches Verhalten der Tiere auswirken. So besteht der begr\u00fcndete Verdacht, das eine Fehlbesiedlung des Darms zu neurologischen Erkrankungen, wie z.B. bestimmte Formen des Autismus, Depressionen und auch Angstst\u00f6rungen, f\u00fchren k\u00f6nnen. Auch gibt es Hinweise, dass die Besiedlung des Darms sich auf die Entwicklung des Gehirns w\u00e4hrend des Reifungsprozesses auswirken k\u00f6nnte. Aber auch auf das K\u00f6rpergewicht scheinen unsere Darmbakterien Einfluss nehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Mikrobiota und \u00dcbergewicht<\/h3>\n<p>Der Darmkeim Escherichia coli produziert spezielle Proteine, die Darmzellen dazu anregen, S\u00e4ttigungshormone in die Blutbahn abzugeben. Die individuelle Darmflora kann also helfen, das Gewicht zu halten. Sie kann aber anscheinend auch dick machen. So hat man inzwischen Bakterien im Darm von unter Adipositas leidenden Menschen gefunden, die ihrem Wirt die ansonsten unverdauliche Cellulose aufschlie\u00dfen und die darin enthaltenen Kalorien zur Verf\u00fcgung stellen. (Man wird dann auch vom Salat dick!) Das hei\u00dft aber nicht, dass ich mich jetzt nur noch von Fleisch ern\u00e4hren sollte, da durch meinen erh\u00f6hten BMI mein Krebsrisiko schon erh\u00f6ht ist und durch die Fleischkost noch weiter erh\u00f6ht wird. Vielmehr sollte ich die Form der Ballaststoffe \u00e4ndern und zus\u00e4tzlich zu mir passende Probiotika einnehmen, um Einfluss auf die Zusammensetzung meiner Darmflora zu nehmen.<\/p>\n<p>(c) Thomas W\u00fcrzler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Darmhirn Teile des Darms k\u00f6nnen auch au\u00dferhalb des K\u00f6rpers f\u00fcr Tage oder sogar Wochen arbeiten. Das liegt an seiner einzigartigen Ausstattung mit Nervenzellen. Diese Neuronen sind die einzigen au\u00dferhalb des Gehirns, die komplett autonom sind, d.h. sie ben\u00f6tigen keine Anweisung des Gehirns. Das Nervengeflecht des Darms liegt zwischen den Muskelschichten und der Schleimhaut. 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