Stärkung des Immunsystems

Aus gegebenen Anlass möchten wir hier darauf hinweisen, dass der beste Schutz vor einer Infektion, mit was auch immer, mein Immunsystem ist.
Es schützt mich sowohl vor Infekten als auch vor Krebs.

Deshalb muss es jederzeit gestärkt sein, weil ich nicht wissen kann, wann ich es wieder dringend brauche.


Schon Pfarrer Kneipp war bekannt, dass man sein Immunsystem mit leichten Kälte-Reizen trainieren kann.
Frühmorgens Wechselduschen oder Kneipp‘sche Schenkelgüsse wären sicher sinnvoll.

Für ein starkes Immunsystem brauche ich auch eine gute Darmflora. Diese steht und fällt mit meiner täglichen Nahrung.

Deshalb sollte man z.Z. auf Zucker und Auszugsmehle komplett verzichten, da sie nachgewiesener Maßen das Immunsystem schwächen.

Dagegen sollte man viel frisches Gemüse, Obst und Salat essen. Die dort enthaltenen Inhaltsstoffe stärken direkt mein Immunsystem, und fördern das Wachstum meiner Darmflora.

Ich muss aber auch, wenn es möglich ist, alles vermeiden, was mein Immunsystem schwächt. Das gilt sowohl für Fleisch aus Massentierhaltung, als auch Konservierungsstoffe in der Nahrung, als auch übertriebene Gaben von Antibiotika als auch Kortison, wie auch andere Immunsuppressiva (Alles mit Augenmaß, sonst rächt sich das ganze irgendwann).

Der Nutzen von Gemüse und Obst

Mehrwert pflanzlicher Nahrung gegenüber Junkfood und Fleisch

Wissenschaftler der Havard Universität sind der Meinung, dass der Kauf pflanzenbasierter Lebensmittel die vermutlich beste Investition in eine ernährungsbasierte Gesundheit darstellt. Auf Basis eines Nährwert-Kosten-Vergleichs liefert Gemüse einen sechsmal höheren Wert als stark verarbeitete Lebensmittel (Junkfood) und einen achtundvierzig mal höheren Wert als Fleisch.

Es kommt bei der Auswahl der Lebensmittel auf den Anteil an Nährstoffen, wie z.B. Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe an. Dabei wird von wissenschaftlicher Seite immer wieder festgestellt, dass Obst und Gemüse aus biodynamischen Anbau mehr gesunde Inhaltsstoffe enthält, als konventionell angebaute Feldfrüchte.

Das wird von den verschiedenen Wissenschaftlern darauf zurückgeführt, dass bei biologischem Landbau die Bodenflora gesünder ist, was den Pflanzen hilft, Stoffe aus dem Boden aufzunehmen, wie zum Beispiel Mineralien, aber auch der Nicht-Gebrauch von Pestiziden, der dazu führt, dass die Pflanzen dazu gezwungen werden selbst mehr Abwehrstoffe zu produzieren, also die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe.

Fleischkost führt zu 8x höherem Risiko für Darmkrebs

Um nochmal auf die Vorteile einer Pflanzen-basierten Kost zu kommen: Vergleicht man Mischköstler, deren Kost sehr viel Gemüse und wenig Fleisch enthält mit denen, die im Gegenteil sehr viel Fleisch und nur sehr wenig Gemüse essen, so besteht bei letzteren ein achtfach höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Das amerikanische National Institutes of Health führte eine zehnjährige Studie an 545.000 Probanden im Alter von fünfzig bis einundsiebzig Jahren im Zusammenhang mit Fleischverzehr und Sterblichkeit durch. Dabei kamen sie auf ähnliche Ergebnisse wie die Havard Leute. Sie haben den Verzehr von Fleisch mit einem erhöhten Risiko an Krebs und Herzkrankheiten zu sterben bzw. allgemein frühzeitiger zu sterben in Verbindung gebracht. Faktoren, das Menschen mit einem erhöhten Fleischverbrauch auch insgesamt ungesünder leben, in dem sie weniger Sport treiben, rauchen und auch nicht genügend Obst und Gemüse essen, wurden rechnerisch mit berücksichtigt.

Welcher Faktor ist hier ausschlaggebend?

Unter starken Verdacht steht das an Hämoglobin gebundene Eisen, bzw. die große aufgenommene Menge von diesem im Muskelfleisch und Blut.

Paracelsus: “ Alle Ding‘ sind Gift und nichts ohn‘ Gift – allein die Dosis macht, das ein Ding‘ kein Gift ist. “

Die Aufnahme von pflanzlich gebundenes Eisen kann der Körper sehr gut steuern, dass von tierisch gebundenen Eisen nicht.

Alles was der Körper braucht, um aus Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüssen, Samen, Trockenobst und dunkelgrünem Blattgemüse eine ausreichende Menge an Eisen aufzunehmen, ist die ausreichende Zufuhr von Vitamin C. Der Vitamin C-Gehalt einer einzigen Orange kann die Eisenaufnahme um das drei- bis sechsfache erhöhen. Man sollte aber dabei auf den gleichzeitigen Konsum von schwarzem Tee verzichten. (Also zum Essen nicht Tee trinken, sondern vielleicht frisch gepressten Orangensaft.)

Die richtige Ernährung

Meine Gesundheit (und die meiner Familie) ist eine Frage des Wissens. Erst wenn ich mir dieses angeeignet habe, kann ich mir ein vernünftiges Bild machen und mündige Entscheidungen treffen. Natürlich bedeutet das nicht, dass man zum reinen Asket werden soll und Zwanghaft auf alles verzichten, aber auf der anderen Seite muss ich mir auch im klaren sein, welche Konsequenzen unkontrollierter Genuss auf mein Wohlbefinden und damit auf meine Lebensqualität haben kann. Die Konsequenzen meines Handelns spürt man teilweise erst Jahre oder Jahrzehnte später, so dass die meisten Menschen die Zusammenhänge gar nicht wahrnehmen oder wahrhaben wollen, oder aber, weil so viele andere auch davon betroffen sind, als „Norm“ und Schicksal wahrgenommen werden.

Als Makronährstoffe (führen Kalorien zu) gelten:

  • Eiweiße,
  • Fette und
  • Kohlenhydrate

Eiweiße sind überall (sowohl tierisch als auch pflanzlich)
Zufuhr von essenziellen Aminosäuren als Bausteine von Eiweißen:
Acht essentielle Aminosäuren: Valin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Threonin,Tryptophan, Phenylalanin
Zwei semi-essentielle Aminosäuren: Arginin, Histidin

[essentiell: Der Körper kann sie nicht selber herstellen und ist auf eine Zufuhr von außen angewiesen,
semi-essentiell: Der Körper kann sie aus essentiellen Aminosäuren herstellen. Dadurch erhöht sich aber der Bedarf an diesen. Oder aber sie werden direkt zugeführt.]

Früher wurde immer behauptet, dass nur tierische Eiweißquellen alle essentiellen Aminosäuren in ausreichenden Mengen enthalten. Heute weiß man, dass das nicht stimmt, dass aber tierische Eiweiße eine Säurequelle darstellen. Eine Eiweißmastkost führt zu Gesundheitsproblemen, wie z.B. die Übersäuerung der Zwischenzellmatrix. Hierüber wird die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen sichergestellt und die Reste aus dem Stoffwechsel, die raus müssen, abtransportiert.

Pflanzliches Eiweiß genauso vollwertig wie tierisches

Wenn man pflanzliche Eiweißquellen nimmt, dann ist Abwechslung zwischen Hülsenfürchten, Nüssen, Blattgemüse, Vollkorn usw… wichtig.

Weiterhin gilt:

  • Tiermast und Umweltzerstörung (Flächenverbrauch ist hoch (75% der weltweiten Agrarfläche), die großen Güllemengen schaden dem Grundwasser)
  • Fisch ist sehr eiweißreich (Eiweißmast – mit Folgen für die Gesundheit)
  • Außerdem enthält tierisches Eiweiß Entzündungsmediatoren (v.a. Tiere aus Massentierhaltung).

Schadet Tofu der Umwelt?

Häufig wird gerade der Soja-Verzehr von Veganern in Form von Tofu, Sojamilch und Co. für die Zerstörung des Regenwaldes verantwortlich gemacht. Laut WWF: Rund 80 % der Bohnen werden zu Tierfutter verarbeitet. Soja wird also vor allem dafür verwendet, Tiere zu ernähren, deren Fleisch wir wiederum verzehren.
Doch dazu verbraucht die Fleischproduktion Unmassen an Ressourcen – ein Kilo Rindfleisch benötigt über 15.000 l Wasser, bei der Flächengewinnung und dem Anbau von Futtermitteln fallen über 20 kg CO2 an.

Fett macht nicht fett

Gesunde Nahrungsfette fördern das Sättigungsgefühl im Gegensatz zu isolierten Kohlenhydraten, die frei von Ballaststoffen sind.
Bei der Zufuhr von isolierten Kohlenhydraten (Haushaltszucker und weißes Mehl) – insbesondere Softdrinks – kennt der Körper keine Bremse (unkontrollierte Kalorienzufuhr – deshalb lieber Vollkorn konsumieren, da hier die Kalorien allmählich an den Körper abgegeben werden und die enthaltenen Ballaststoffe das Sättigungsgefühl fördern).

Gesättigte versus ungesättigte Fettsäuren :

Es wird beides benötigt, aber Schwerpunkt sollte deutlich (über 90%) auf natürliche, kaltgepresste,ungesättigte Öle, wie Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl oder Leinöl sein, um eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu gewährleisten. (Kein Sonnenblumen- oder Maiskeimöl wegen zu viel Omega-6) Dabei diese nicht hoch erhitzen – wegen Rauchpunkt – und erst nach dem Garen hinzufügen (oder kalt in Salaten). Das Gesamtverhältnis Omega-3 zu Omega-6 in meiner Nahrung soll maximal 1:4 betragen, nicht mehr, da Omega-3-Fettsäuren auf den Körper entzündungshemmend wirken und Omega-6-Fettsäuren zu Arachidonsäure umgebaut werden können, die eine entzündungsfördernde Wirkung aufweist.

Transfette & Rauchpunkt

Gesättigte Fette oder Fette mit hohem Rauchpunkt sind zum Braten oder Erhitzen besser geeignet, da das Erhitzen von ungesättigten Fettsäuren mit niedrigem Rauchpunkt zu ungesunden Transfetten und anderen ungesunden Folgeprodukten führt. Wegen der Transfette auch keine Margarine (gehärtete Fette) konsumieren, sondern, in kleinen Mengen, Sauerrahmbutter, am besten aus Rohmilch von Weidevieh (Heumilch). (Bei Butter muss ganz klar differenziert werden, von welcher Milch ausgegangen wird.)

Kohlenhydrate

Es gibt keine essentiellen Kohlenhydrate. Der Körper kann alle Kohlenhydrate, die er braucht, selber herstellen. Wichtig ist, dass man die Zufuhr von isolierten Kohlenhydrate, wie zum Beispiel Haushaltszucker (Saccharose, Invertzucker, Rohrzucker), reinen Traubenzucker (Glucose), als auch weißes Mehl und Graumehl (Auszugsmehl aus Weizen bzw. Roggen) stark einschränkt oder ganz darauf verzichtet. Reine, isolierte Fructose (Fruchtzucker – nicht zu verwechseln mit natürlicher Süße aus frischem Obst) führt zu einer Fettleber (gleiches Prinzip, wie bei der Gänsestopfleber). Auch das Novel-food Glukose-Fruktose-Sirup führt zu Diabetes, Fettleber und erhöhter Blutfettwerte. Vollkornprodukte zeichnen sich dagegen dadurch aus, dass der Zucker darin nur allmählich an den Körper abgegeben wird, so dass man keine starken Blutzuckerschwankungen bekommt, was einen vor Stoffwechselerkrankungen schützt.

Mikronährstoffe (führen keine Kalorien zu)
Mineralien, Vitamine, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe:

Mineralien und Spurenelemente sind wichtige Bestandteile einer funktionierenden Biochemie im Körper. Damit der Körper sie aber vernünftig aufnehmen und verwerten kann, müssen sie in einem natürlichen Kontext zugeführt werden, sonst kann es zu starken Nebenwirkungen führen (Zum Beispiel kann die Zufuhr von reinem Calcium zu Nierensteinen und zur Knochenentkalkung führen).

Vitamine

Vitamine sind, zum Teil, Bausteine von Coenzymen oder Kofaktoren in der Biochemie des Körpers, oder auch Radikalfänger.

Vitamin Wofür Beispeilsweise enthalten in
A (Retinol)Sehen,Immun,HautInnereien, Beta-Carotin aus Karotten und Blattgemüse
B1 (Thiamin)°NervenVollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Walnüsse
B2 (Riboflavin)°Eiweiß- und EnergiestoffwechselMilch, Vollkornprodukte
NiacinBaustein für Coenzym, wird für den Energiestoffwechsel der Zelle gebrauchtGetreide, Gemüse, Obst
PantothensäureZentrales Nervensystem, Muskelstoffwechsel, Blutbildung, ImmunsystemInnereien, Eier, Vollkorn, Nüsse, Avocado, Gemüse, Obst, Milch, Hefe
B6 (Pyridoxin)°Nerven, ImmunsystemKartoffeln, versch. Kohlsorten, Avocado
FolsäureWachstum, Zellteilung, BlutbildungErbsen
B12 (Cobalamin)°Abbau von Fettsäuren, BlutbildungInnereien, Eier, Milchprodukte, milchsauer Vergorenes, zB. Sauerkraut, Chlorella-Algen
C (Ascorbinsäure)Bindegewebe, Immunsystem, Eisenaufnahme im Darm, RadikalfängerPaprika, Kartoffeln, Girsch, Acerolakirsche
D3 (Cholecalciferol)Knochen, Zellteilung, Immun, Muskulatur15 min Bewegung an der frischen Luft täglich, Pilze
E (Tocopherol)Zellschutz, RadikalfängerPflanzliche Öle, Getreide, Nüsse, Samen, Gemüse, Obst
K2 (Menachinon)°Knochen, GerinnungGrünkohl, Sojaöl, Kichererbsen
H (Biotin)°Haut, FingernägelNüsse, Haferflocken (frischgeflockt), Sojabohnen

° Werden auch im Darm von einem gesunden Mikrobiom (Darmflora) gebildet.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe werden vielfach von den Pflanzen zur Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen entwickelt. (Die Pflanze sitzt im Dreck und kann nicht weg) Sie sind die Grundlagen der Antikrebswirkung der pflanzlichen Lebensmittel

Dabei brauchen wir ganze Lebensmittel und nicht Nahrungsergänzungsmittel, denn die einzelnen Inhaltsstoffe bilden Synergien. (Wir haben uns ja auch nicht im Labor entwickelt, sondem in der freien Natur.)

Beispiele für gute Lebensmittel sind:

Brokkoli, Rote Beete, Himbeeren, Blaubeeren, Kohlgemüse aller Art, Kresse, Rucola, Rettich, Meerrettich, Raps und Senf.

In normalen Mengen, also nicht nach dem Motto viel hilft viel. Ungefähr 2 Teelöffel Brokkoli-Samen enthalten 80-100 mg Sulforaphan (empfohlene Tagesdosis). Sulforaphan ist nicht hitzestabil, also nur ganz leicht dünsten, dämpfen oder in Fett anbraten und noch knackig verzehren. Wenn Brokkoli roh verzehrt wird, dann erst kleinschneiden, 5 min an der Luft stehen lassen und dann essen, weil erst, mit Hilfe des Luftsauerstoffs, aus einer Vorstufe das Sulforaphan gebildet werden muss.

Täglich essen sollte man:

Obst, Salat, Rohkost, Hülsenfrüchte, Kreuzblütlergemüse, Zwiebeln. Lauch, Vollkornprodukte, Curcuma + Pfeffer, Paprika, Tomaten. Das Gemüse sollte frisch zubereitet werden – am besten gedämpft oder kurz angebraten, damit die sekundären Pflanzenstoffe aktiv bleiben.

Ballaststoffe

Ballaststoffe fördern das Wachstum meiner Darmflora (1), beschleunigen die Darmpassage (2) (sorgen also dafür, dass der Dreck schneller wieder aus meinem Körper kommt) und binden Gallensäure (3). (Bei den beiden letzten Punkten schützen mich Ballaststoffe also auch vor Darmkrebs. Nochmal: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Anteil an Ballaststoffen in meiner Nahrung und der Wahrscheinlichkeit, dass ich Darmkrebs bekomme. Je weniger Ballaststoffe umso größer das Risiko) Es gibt wasserlösliche und wasserunlösliche Ballaststoffe. Die wasserlöslichen sind vor allem wichtig für meine Darmflora (Mikrobiota, manchmal auch – nicht ganz korrekt – Mikrobiom genannt; siehe auch Kapitel Mikrobiom), die wasserunlöslichen eignen sich primär für das Stuhlvolumen, und damit für die Punkte (2) und (3). Meine Verdauungsenzyme können Ballaststoffe nicht spalten, so dass mir Ballaststoffe eigentlich keine Kalorien zuführen können. Man hat aber inzwischen festgestellt, das Menschen mit sehr hohem BMI (Body Mass Index) eine Fehlbesiedlung im Darm aufweisen können, bei der Darmbakterien Cellulose spalten, und dem Körper die enthaltenen Kalorien, ähnlich wie im Verdauungstrakt der Pferde, zur Verfügung stellen. Umgekehrt scheint es auch Mikroben zu geben, die mich davon abhalten zuzunehınen.

Pilze und Beta-Glucane

Neben den Polysacchariden (Beta-Glucane, Proteoglycane und andere) enthalten Pilze noch viele andere wirksame Inhaltsstoffe, wie Eiweiße, Triterpene, Phenole, Sterole u.v.m die zur Gesundheit beitragen und mich vor Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Arteriosklerose oder Diabetes schützen. Das wird in zahlreichen klinischen Studien, vor allem aus Amerika und China, bestätigt.

Beta-Glucane findet man auch im Vollkorn – hier aber roh oder milchsauer vergoren essen.

Gewürze und Kräuter senken das Krebsrisiko

In erster Linie Curcuma, Ingwer, Ceylonzimt, Pfeffer, Petersilie, Rosmarin senken das Krebsrisiko, helfen aber auch bei Diabetes u.a. und fördern die Gesundheit. Dabei kommt es auch auf die Mischung an. So wird Curcumin von einem Enzym der Darmwand abgebaut, bevor es aufgenommen werden kann. Deshalb kann der Körper reines Curcumin kaum aufnehmen. Piperin aus schwarzem Pfeffer vermag aber dieses Enzym zu blockieren, so dass ein vielfaches an Curcumin aufgenommen werden kann.

Die Darmflora oder das Mikrobiota/Mikrobiom

Unser Mikrobiom (im weitesten Sinne unsere Darmflora) ist nur dann gesund, wenn wir ihm ausreichend Nahrung in Form von Ballaststoffen zur Verfügung stellen. Sie haben eine besondere wachstumsfördernde Wirkung auf Bifidobakterien. Das Wachstum von schädlichen Bakterien wird durch den Verzehr von Präbiotika (also Ballaststoffe) gehemmt und die Resorption von Mineralstoffen und Wasser im Dickdarm verbessert. Selbst die Muttermilch enthält Bestandteile, die für das Mikrobiom des Säuglings gedacht sind und das Wachstum von Eubakterien fördert. Antibiotika aus der Tiermast und Konservierungsstoffe aus dem convenience food schaden der Darmflora.

Interessant sind die wasserlöslichen Ballaststoffe. Allen voran das Inulin enthalten in Chicorée, Knoblauch, Zwiebeln, Porée, Schwarzwurzeln, Weizenkleie, Roggen und Bananen.

Lebensmittel mit hohem Oligofructosegehalt (Mehrfachzucker aus Fruktose-Einheiten, die nicht von unserem stärkespaltendem Enzym Amylase gespalten werden kann) sind Roggen, Hafer, Zwiebeln, Knoblauch, Bananen, Tomaten und Spargel.

Des weiteren benötigen wir resistente Stärke (entsteht beim Erhitzen und anschließendem Abkühlen von Stärke) aus kalten Kartoffeln, kaltem Reis, weiße und grüne Bohnen, Vollkornhafer, grünen Bananen und Mandeln.

Die Ballaststoffe im Vollkorn (Lignin, Cellulose und Hemicellulose, im Mehlkörper (Endosperm) kommen vor allem lösliche Hemicellulosen, Pektine und Beta-Glucane vor) wirken sich auch besonders gut auf das Mikrobiom aus und sind in der Lage Schmermetalle aus der Nahrung zu binden. Sie sind besonders enthaltenen in Vollkornbrot aber auch Quinoa, Naturreis und Hirse. Des weiteren in Haferflocken, Haferkleie und Weizenkleie. Das enthaltene Gluten ist eigentlich nur problematisch für Personen mit Zöliakie oder einer Glutenallergie. Menschen mit Weizenunverträglichkeit reagieren im allgemeinen auf die im Weizen besonders reich enthaltenen Defensine aufgrund eines Leaky-Gut-Syndroms, sie vertragen aber Urweizen-Sorten, wie Einkorn, Emmer, Dinkel oder Kamut. Das Leaky-Gut-Sydrom geht wieder zurück, wenn ich eine positive Schleimhautbesiedelung wieder habe.

Hülsenfrüchte sind, neben der Tatsache, dass sie eine hervorragende vegetarische Eiweißquelle sind, auch bedeutsam wegen ihrem großen Anteil wertvoller Ballaststoffe. Hier sind die Beispiele Kidney-Bohnen, weiße Bohnen, rote Bohnen, grüne Erbsen, gelbe Erbsen, Kichererbsen, Linsen und Erdnüsse.

Auch Nüsse sind eine hervorragende Ballaststoffquelle. Hier sollte man Mandeln, Kokosnüsse, Haselnüsse, Paranüsse, Pistazien, Walnüsse und Cashewkerne erwähnen.

Natürlich enthalten die verschiedenen Gemüsesorten viele Pflanzenfasern, die sich hervorragend als Nahrung für unser Mikrobiom eignen. Dabei enthält Gemüse anteilig etwas weniger Ballaststoffe als Getreide, wiegt diesen Nachteil jedoch durch eine sehr geringe Kalorienzahl auf.

Obst enthält in erster Linie lösliche Ballaststoffe, die sich auch sehr gut für das Mikrobiom eignen.

Epigenetik und Ernährung

Epigenetik ist die Lehre von der Markierung der Gene. Die Gene eines Menschen stehen in den Chromosomen. Sie bestehen aus DNA (Desoxyribonukleinsäure) und Histonen(Eiweißkörpern), auf denen die DNA aufgewickelt ist. Dadurch wird das ganze Material sehr eng gepackt. Um jetzt gezielt Informationen hierin zu finden, werden die einzelnen Bereiche markiert. Bereiche die gelesen werden sollen werden mit Acetyl-Resten (CH3-CH2-) markiert, der Rest wird mit Methyl-Resten (CH3-) markiert, um sie stumm zu schalten. Dieses wird als Methylierungs-Muster bezeichnet. (Früher, als man diese Zusammenhänge noch nicht kannte, machte man sich Gedanken, wie die einzelnen Zellen in unserem Körper ihre unterschiedlichen Funktionen nachgehen können, wo sie doch alle das gleiche Erbmaterial in sich tragen.) Dieses Muster bestimmt, welche Gene aktiv sind. Wissenschaftler haben inzwischen herausgefunden, das meine Nahrung, mein Verhalten, meine Erkrankungen oder auch meine Psyche einen Einfluss auf mein Methylierungs-Muster haben kann. Aber auch auf das meiner Kinder. Mütter, die in der Schwangerschaft Unter- oder Übergewichtig sind, können dadurch bedingen, dass ihre Kinder später einmal Probleme mit dem Metabolischen Syndrom haben, also zu Übergewicht, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen neigen. Auch kann z.B. eine Nulldiät mich zu einem besseren Futterverwerter machen, so dass ich hinterher noch mehr zu Übergewicht neige. (Besser wäre eine Intervalldiät und eine Ernährungsumstellung, um einen langfristigen Erfolg zu haben.)

Knoblauch löst Arteriosklerose auf

Fallbeispiel: Pat, männlich, 83 Jahre alt. Hausärztin stellte per Gefäßdoppler Ablagerungen in der Carotis (Halsschlagader) fest. Auf unseren Vorschlag hin nahm der Patient für ein halbes Jahr täglich ein Schnapsglas voll einer Mixtur aus 30 Knoblauchzehen und 7 ganzen Bio-Zitronen zu sich*. Nach vier Wochen feierte schon die Hausärztin die Tatsache, dass die Arteriosklerose nicht weiter fortgeschritten war, als großen Erfolg. Der Patient nahm die Mixtur noch für weitere fünf Monate, dann waren die Ablagerungen in der Carotis nicht mehr nachweisbar. Dieses Beispiel zeigt, dass Operationen, die dazu dienen, Verstopfungen in den Gefäßen zu beseitigen, oder zu umgehen, eigentlich nicht notwendig sind. Auch kann man dabei nur größere Gefäße entsprechenden Operationen unterziehen. Wenn aber schon die großen Gefäße so verstopft sind, das man sie operien muss, wie sieht es dann mit den kleineren aus? Der Wirkstoff aus dem Knoblauch dringt aber bis in die kleinsten Gefäße vor und kann auch dort vorhandene Ablagerungen abbauen.

*ca. 30 geschälte Knoblauchzehen, 7 ganze Bio-Zitronen (kleingeschnitten) in den Mixer, etwas Wasser dazu und dann pürieren. In einen kleinen Topf schütten, ganz kurz aufkochen lassen, dann abseihen und in einer braunen Flasche im Kühlschrank aufbewahren.

Macht Fett fett?

In den heutigen Diskussionen hört man immer wieder die veraltete Ansicht, dass das Körperfett ausschließlich aus dem Nahrungsfett stammt, und das man sich nur möglichst fettarm ernähren muss, um abzunehmen.
Diese Annahme basiert auf der Kalorienlehre. Dazu sperrt man eine definierte Menge einer brennbaren Substanz, dessen Kaloriengehalt man bestimmen will, mit einer ausreichenden Menge Sauerstoff in ein Kalorimeter, verbrennt es darin vollständig, und misst die freigesetzte Wärme.
Das führt, rein rechnerisch, dazu, dass man zu dem Ergebnis kommt, das Fett eine mehr als doppelt so hohe Energiedichte hat, wie Kohlenhydrate oder Eiweiße.

Der Mensch ist kein Kalorimeter!

Das Problem bei diesen Überlegungen ist aber: Der Mensch ist kein Kalorimeter!
Unser Organismus ist in der Lage, den Fettgehalt der Nahrung zu bestimmen (solange meine Nahrungsmittel eine natürliche Zusammensetzung aufzeigen), so dass man z.B. bei Nüssen oder Ölsaaten viel eher ein Sättigungsgefühl bekommt als bei stärkehaltigen Lebensmitteln.

Von der Nahrungsmittelindustrie wird gerne eine Mischung aus Fett und Zucker eingesetzt (Schokoladencreme, Chips, Fertigpizza, …), weil man inzwischen festgestellt hat, dass der Mensch sich hier bei der Nahrungsaufnahme nicht bremsen kann und dadurch mehr konsumiert.

Die Nahrungsmittelindustrie verwendet auch gerne stark verarbeitete Inhaltsstoffe, mit Aromastoffen und Zucker versetzt, um Mängel in den Ausgangsprodukten zu überdecken. Teurere Ausgangsstoffe werden gestreckt oder durch minderwertige ersetzt. Alles zu Gunsten der Gewinnmaximierung.

Ungesättigte und gesättigte Fettsäuren

Fette setzen sich im allgemeinen aus Glycerin und drei Fettsäuren zusammen. Die Fettsäuren enthalten ein langes Ende, dass nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff aufgebaut ist, und ein kleines Köpfchen mit der Säuregruppe -COOH. (C: Kohlenstoff; O: Sauerstoff; H: Wasserstoff)

Der Kohlenstoff zeichnet sich dabei aus, das er bis zu vier Bindungspartner haben kann. In gesättigten Fettsäuren hat jeder Kohlenstoff entlang der Kohlenwasserstoffkette seine vier Partner, in ungesättigten nicht alle.

Unser Körper kann selber nur gesättigte Fettsäuren herstellen und ist somit darauf angewiesen, dass wir uns ungesättigte Fettsäuren über die Nahrung zuführen. Diese werden zum Beispiel bei dem Aufbau der Zellmembran gebraucht. Gesättigte Fette zeichnen sich durch einen höheren Schmelzpunkt aus – sie sind also eher fester – ungesättigte weicher. Somit kann der Körper beispielsweise die Elastizität der Zellen einstellen.

Das Kohlenstoffatom neben dem Kohlenstoffatom mit der höchsten Oxidationsstufe ist das Alpha-C-Atom, das, das am weitesten entfernt ist, das Omega-C-Atom.

Omega-3 Fettsäuren zeichnen sich dadurch aus, das die nächste ungesättigte Doppelbindung am dritten Kohlenstoff-Atom neben dem Omega-C-Atom zu finden ist – bei Omega-6 Fettsäuren ist es das sechste. Die Bezeichnung sagt nichts darüber aus, ob es noch andere Doppelbindungen in der Fettsäure gibt, oder wie lang letztendlich die Kohlenwasserstoffkette ist.

Omega-3 vs Omega-6

Dabei muss beachtet werden, dass das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6-Fetten nicht das Verhältnis 1:4-6 überschreiten sollte, da Omega-6-Fettsäuren zu Entzündungsmediatoren (also entzündungsfördernde Stoffe) umgebaut werden können und Omega-3-Fettsäuren im Körper zu Stoffen umgebaut werden, die Entzündungen hemmen.

Natürliche Fette anstatt gehärtet oder raffiniert

Für Streichfett (Margarine) werden günstigere Fette, wie zum Beispiel Baumwollsaatöl, welche in ihrer ursprünglichen Form eher ungenießbar sind, verwendet. Beim Härten der Fette als auch beim Erhitzen von ungesättigten Fettsäuren können Transfette entstehen.

Normale ungesättigte Fettsäuren haben cis-ständige Doppelbindungen. Die Kohlenwasserstoffkette geht nach der C=C-Doppelbindung auf der gleichen Seite weiter. Dadurch wird die Packung der Fettsäuren nicht so gestört, wie bei den Trans-Fettsäuren, bei denen die Kette auf der anderen Seite weitergeführt wird.
Auch kommen die Enzyme, die Fette abbauen, um aus ihnen Energie zu gewinnen mit Trans-Fetten nicht so klar und können sie nicht so gut abbauen.

Dickmacher Nr.1: Isolierte Kohlenhydrate

Der Dickmacher in unserer Nahrung sind die isolierten Kohlenhydrate – also weißer Zucker und weißes Mehl.
(s.a. Kohlenhydrate – Brennstoffe oder Dickmacher?)
Man findet sie heute in fast jeder Fertignahrung versteckt – allen voran Glucose-Fructose-Sirup – ein Novel-food, das die Produktion von Nahrungsmitteln noch weiter verbilligt und die größten Schäden anrichtet (z.B. Fettleber und erhöhte Blutfettwerte).
Isolierte Kohlenhydrate gehen sofort ins Blut und erhöhen schlagartig den Blutzuckerspiegel. ein zu hoher Blutzuckerspiegel stellt eine Gefahr für den Körper dar, so dass die Bauchspeicheldrüse massiv Insulin produziert, um den Zucker aus der Blutbahn zu schaffen. Wenn die Zuckerdepots aber schon voll sind bleibt dem Körper nichts anderes übrig, als ihn in Fett umzuwandeln, welches dann in die Fettdepots kommt. (Fett ist der einzige Stoff, den unser Körper uferlos speichern kann). Da Insulin ein Hormon ist und kein Schalter, den man einfach umlegen kann, wird aber zuviel Zucker aus dem Blut entfernt, deswegen komme ich dann in einen Unterzucker und bekomme Heißhunger und führe mir also noch mehr Kalorien zu.

Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich

Wie Prof. Kollath schon sagte: „Lasst die Nahrung so natürlich wie möglich“
Das heißt:

  • selbst kochen
  • frische Lebensmittel
  • natürliche Zutaten
  • ballaststoffreich
  • gute Fette verwenden (ungesättigten Fettsäuren nicht stark erhitzen wegen der Bildung von Transfetten)

(c)Thomas Würzler

Herbst und Winter: Erkältungs- und Grippezeit

Herbst und Winterzeit sind in unseren Breitengraden Erkältungszeit. Das mag am kalten und feuchten Klima liegen (aber auch im kältesten und verregnetesten Sommer laufen nicht so viele Menschen mit Erkältung herum, wie im Winter) und an der fehlenden Lichteinstrahlung und dem damit verbundenen Vitamin-D-Mangel oder an der trockenen Heizungsluft. Auch ein Mangel an Bewegung im Freien scheint sich negativ hier auszuwirken.

Häufigste Therapieform: Antibiotika

Hierzulande wird heute immer noch in erster Linie Antibiotika zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt, obwohl eigentlich inzwischen allgemein bekannt sein müsste, dass diese in den meisten Fällen von Erkältung nicht hilfreich sind.

Antibiotika schädigen nicht nur das Mikrobiota – sie schwächen auch das Immunsystem

Erkältungserkrankungen sind in erster Linie Viruserkrankungen. Diese sind für Antibiotika nicht empfindlich. Sie werden aber trotzdem dabei eingesetzt, weil der Patient angeblich dies so wünsche. Dabei haben neueste Studien am MIT (Massachusetts Institute of Technology) ergeben, dass eine Antibiotika-Therapie sogar das Immunsystem schwächen kann[1].

Auch beeinflusst sie nachhaltig die Darmflora – das sog. Mikrobiota oder Mikrobiom[2], das den Körper in der Bekämpfung krankmachender Keime unterstützt[3]. Deswegen sollte bei der Bekämpfung einer Erkältung auf Antibiotika weitgehend verzichtet werden.

Immunsystem stärken

Man sollte sein Immunsystem stärken, damit es mit den Erregern leichter fertig wird. Dem Immunsystem kann dabei egal sein, ob eine bakterielle oder eine virale Infektion vorliegt, da es für beides gewappnet ist und jeweils eine passende Strategie anwendet. Das Immunsystem steht und fällt aber auch mit der Mikrobiota. Dieses wird nicht nur von Antibiotika, die man als Arzneimittel zu sich nimmt, geschädigt, auch Antibiotika-Reste in Lebensmitteln, wie in Fleisch aus Massentierhaltung, als auch Konservierungsstoffe schädigen unsere Symbionten.

Richtige Ernährung

Deshalb fängt eine nachhaltige Erkältungsprophylaxe bei der richtigen Ernährung an. Ein zuviel an Zucker und Auszugsmehlen macht nämlich anfälliger für Infektionen.[4] Stattdessen sollte man sich Vitaminreich ernähren und sich Vitalstoffe, wie z.B. sekundäre Pflanzenstoffe oder Mineralien zuführen, dass aber in erster Linie durch Gemüse, Obst und Vollkornprodukte und weniger durch Nahrungsergänzungsmittel. So verhindert man eine Überdosierung mit einzelnen Stoffen. Möglichst frisch, keine langen Kochzeiten (kurzes andünsten, anstatt stundenlanges totkochen) und saisonal (Wintergemüse, wie z.B. Grünkohl oder Rosenkohl, kleingeschnitten und kurz in der Pfanne angeschmort – die enthaltenen Inhaltsstoffe können mich sogar vor Krebs schützen [5]) sind hier die Devise.

[1] Yang JH, Bhargava P, et al.: Antibiotic-induced changes to the host metabolic environment inhibit drug efficacy and alter immune function, Cell Host & Microbe, Online veröffentlicht am 30.11.2017

[2] Katri Korpela, Anne Salonen, Lauri J. Virta, Riina A. Kekkonen, Kristoffer Forslund, Peer Bork, Willem M. de Vos: Intestinal microbiome is related to lifetime antibiotic use in Finnish pre-school children, Nature Communications, 26.01.2016

[3] https://www.aerzteblatt.de/archiv/127068/Mikrobiomforschung-Wie-koerpereigene-Keime-als-Superorgan-agieren

[4] Sandler B.P., Amer J Pathol., 17, p. 69, 1941

[5] Béliveau R, Gingras D: Krebszellen mögen keine Himbeeren – Nahrungsmittel gegen Krebs, 12. Auflage, 2009, Kösel-Verlag

Der Darm – Eines der komplexesten Organe

Das Darmhirn

Teile des Darms können auch außerhalb des Körpers für Tage oder sogar Wochen arbeiten. Das liegt an seiner einzigartigen Ausstattung mit Nervenzellen. Diese Neuronen sind die einzigen außerhalb des Gehirns, die komplett autonom sind, d.h. sie benötigen keine Anweisung des Gehirns. Das Nervengeflecht des Darms liegt zwischen den Muskelschichten und der Schleimhaut. Das Darmhirn wird auch zweites Gehirn genannt, wegen seiner Größe und Komplexität. Es besteht aus etwa 100 Millionen Nervenzellen. Diese sind auf molekularer Ebene genauso ausgestattet wie die Neuronen des Gehirns. Das Nervensystem des Darms reguliert die Ausschüttung von Verdauungsenzymen, die Aufnahme von Nährstoffen über die Darmwand, den Blutfluss und die Barrierefunktion der Darmwand. Wenn die mechanischen Sensoren eine Dehnung des Darms registrieren, aktivieren Sie motorische Neuronen. Als Folge zieht sich die Muskulatur am betreffenden Darmabschnitt zunächst zusammen und erschlafft dann wieder, der Nahrungsbrei bewegt sich. Dabei wird der Darm auch vom vegetativen Nervensystem beeinflusst. Wir bekommen davon nichts mit, es sei denn, das Nervengeflecht im Verdauungstrakt funktioniert nicht richtig. Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, kommt es zu Schluckstörungen, Aufstoßen, einer verzögerten Magenentleerung, heftigen Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall oder einer Stuhlinkontinenz.

Der Darm und das Immunsystem

Der Darm erfordert die absolute Aufmerksamkeit des Immunsystem. Deshalb sind etwa 2/3 aller Immunzellen dort vor Ort im Einsatz. Gefährliche Erreger und Substanzen, die in den Körper eindringen wollen, müssen vom Immunsystem neutralisiert werden. Gleichzeitig soll die Körperabwehr tolerant gegenüber der Fülle an Mikroorganismen sein, die friedlich den Darm bewohnen. Dabei sind nur zehn Prozent der Zellen im menschlichen Organismus tatsächlich menschlich. Die meisten der Symbionten wohnen in unserem Darm – sie werden als das Mikrobiota bezeichnet. (Der Begriff Mikrobiom bezeichnet eigentlich nur das gesamte Genom unserer Mikroflora.) Bei einem Erwachsenen macht sie ein bis zwei Kilogramm aus und wird mit ihrer Stoffwechselleistung mit der Leber verglichen. Unsere Mikrobiota ernährt sich hauptsächlich aus den Ballaststoffen, die wir mit unserer Nahrung uns zuführen. Dabei wird unserem Körper etwa 10% als Nährstoffe (v.a. kurzkettige Fettsäuren) von den Mikroben zu Verfügung gestellt.

Darmbakterien wirken auf unser Gehirn

Die Bakterien im Darm produzieren sogar Neurotransmitter (Botenstoffe des Gehirns) und können damit Einfluss auf unser Denken und Verhalten nehmen. Im Tierversuch konnte gezeigt werden, das mit Antibiotika behandelte Mäuse eine eingeschränkte Denk- und Merkfähigkeit aufwiesen. Verabreicht man ihnen Probiotika (also bestimmte lebende Bakterienstämme), so konnte sich das positiv auf ängstliches Verhalten der Tiere auswirken. So besteht der begründete Verdacht, das eine Fehlbesiedlung des Darms zu neurologischen Erkrankungen, wie z.B. bestimmte Formen des Autismus, Depressionen und auch Angststörungen, führen können. Auch gibt es Hinweise, dass die Besiedlung des Darms sich auf die Entwicklung des Gehirns während des Reifungsprozesses auswirken könnte. Aber auch auf das Körpergewicht scheinen unsere Darmbakterien Einfluss nehmen zu können.

Mikrobiota und Übergewicht

Der Darmkeim Escherichia coli produziert spezielle Proteine, die Darmzellen dazu anregen, Sättigungshormone in die Blutbahn abzugeben. Die individuelle Darmflora kann also helfen, das Gewicht zu halten. Sie kann aber anscheinend auch dick machen. So hat man inzwischen Bakterien im Darm von unter Adipositas leidenden Menschen gefunden, die ihrem Wirt die ansonsten unverdauliche Cellulose aufschließen und die darin enthaltenen Kalorien zur Verfügung stellen. (Man wird dann auch vom Salat dick!) Das heißt aber nicht, dass ich mich jetzt nur noch von Fleisch ernähren sollte, da durch meinen erhöhten BMI mein Krebsrisiko schon erhöht ist und durch die Fleischkost noch weiter erhöht wird. Vielmehr sollte ich die Form der Ballaststoffe ändern und zusätzlich zu mir passende Probiotika einnehmen, um Einfluss auf die Zusammensetzung meiner Darmflora zu nehmen.

 

(c) Thomas Würzler

Krebs und Ernährung

Laut Robert Koch Institut stirbt jeder 4. in Deutschland an Krebs. Somit ist Krebs die zweit häufigste Todesursache nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Dabei gilt Krebs als eine im erheblichen Maß vermeidbare Erkrankung, da die wichtigsten Risikofaktoren durch den einzelnen Lebensstil besonders stark beeinflusst werden.
Allein beim Dickdarmkrebs ließen sich in Deutschland, nach dem World Cancer Research Fund, 2/3 der jährlichen Krebsfälle durch eine bessere Ernährung vermeiden. Dies betrifft auch die Magenkrebsrate.
Schon Daten aus den 1970er und 1980er Jahren legen nahe, das, insgesamt betrachtet, etwa 30% der jährlichen Krebsfälle durch falsche Ernährung bedingt werden. Laut DGE ließe sich, allein in Deutschland, durch eine optimale Ernährung etwa 100.000 Neuerkrankungen pro Jahr verhindern. Dazu kommen dann noch Faktoren, wie Bewegungsmangel und Übergewicht, die auch noch mal zu 15% der Fälle Ursache einer Krebserkrankung sind.

Die WCRF und AICR geben 10 Empfehlungen heraus:

  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht
  • Bleiben Sie in Bewegung
  • Vermeiden Sie hochkalorische Getränke und Speisen
  • Essen Sie vor allem pflanzliche Kost
  • Beschränken Sie die Zufuhr an rotem Fleisch und vermeiden Sie das Essen von stark verarbeitetem Fleisch (Wurst, gepökeltes, geräuchertes oder mit chemischen Konservierungsstoffen behandeltes)
  • Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein
  • Vermeiden Sie mit Salz haltbar gemachte Lebensmittel und essen Sie nichts, in dem verschimmeltes Getreide oder Hülsenfrüchte verarbeitet wurden
  • Versuchen Sie möglichst Ihre Nährstoffe auf natürlichem Wege zu zuführen
  • Säuglinge sollten mindestens bis zum 6. Lebensmonat voll gestillt werden
  • Krebs-erkrankte sollten sich, auch nach Abschluss ihrer Behandlungen, weiterhin strikt an alle Ernährungsempfehlungen halten

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Übergewichtigkeit geschenkt werden. Bei Personen mit erhöhtem BMI (Body-Mass-Index) sind meistens erhöhte Entzündungswerte, eine herabgesetzte Insulinsensitivität und eine erhöhte Östrogenkonzentration festzustellen, alles Faktoren, die im Verdacht stehen, das Wachstum von Tumoren zu fördern.

 

(c) Thomas Würzler

Kohlenhydrate – Brennstoffe oder Dickmacher?

Es gibt drei Grundnährstoffe:

  • Fette,
  • Eiweiße und
  • Kohlenhydrate.

Es gibt essenzielle (d.h. kann der Körper nicht selbst herstellen und muss damit über die Nahrung zugeführt werden) Fettsäuren und Aminosäuren (Bausteine von Eiweißen und Enzymen), es gibt aber keine essenziellen Kohlenhydrate, die wir mit der Nahrung aufnehmen müssten.

Der Körper ist in der Lage, sie selbst herzustellen (Gluconeogenese – aus Eiweißen und Fett). Das Gehirn und die roten Blutkörperchen brauchen für ihre Energiegewinnung Glukose (Traubenzucker), wobei das Gehirn auch auf Milchsäure oder Ketonkörper (Abbauprodukte von Fett-und einigen Aminosäuren) zurückgreifen kann, die ihm die Astrozyten (Spezielle Nähr- und Stützzellen im Gehirn, die wiederum Fettsäuren zur Energiegewinnung nutzen können.) liefern.

Ihren Namen haben die Kohlenhydrate aus ihrer Zusammensetzung von Kohlenstoff C, Wasserstoff H und Sauerstoff O, die einer allgemeinen Summenformel folgen: Cn(H2O)n. Zum Beispiel gehört Glukose zu den Hexosen. Sie hat also 6 Kohlenstoff-, 12 Wasserstoff- und 6 Sauerstoffatome. Die Bezeichnung stammt aus einer Zeit, als man noch keine klare Vorstellung von der Struktur der einzelnen Zuckermoleküle hatte, sondern nur, über Elementaranalysen, die Zusammensetzung mit den einzelnen Elementen des Periodensystem der Elemente bestimmen konnte.

Kohlenhydrate bestehen aus:

  • Einfach- (z.B. Trauben- oder Fruchtzucker),
  • Zweifach-(z.B. Rohr- oder Milchzucker) oder
  • Mehrfachzuckern (z.B. Stärke oder Cellulose).

Die Begriffe „Traubenzucker“, „Fruchtzucker“ oder „Rohrzucker“ sind irreführend. Zum Beispiel wurde Saccharose, also „Rohrzucker“,  das erste Mal aus Zuckerrohr isoliert, deswegen nennt man sie „Rohrzucker“, auch wenn sie bei uns zum großen Teil aus Zuckerrüben gewonnen wird. Fructose, also „Fruchtzucker“ heißt immer „Fruchtzucker“, und ist nicht zu verwechseln mit natürlicher Süße in Früchten, die sich aus Glukose und Fruktose zusammensetzt. (Daneben enthält aber Obst auch Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die dem Körper helfen, mit der aufgenommenen Zuckermenge klar zu kommen.)

Bei der Verdauung werden im Darm die komplexeren, abbaubaren Kohlenhydrate in Einfachzucker gespalten, die dann ins Blut aufgenommen werden.

Vollkornprodukte geben dabei nur allmählich ihren Anteil an Kohlenhydraten ab. Der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an und bleibt länger konstant. Außerdem können die Ballaststoffe im Getreide Schwermetalle binden und damit dafür sorgen, dass diese ausgeschieden werden. In Obst und Gemüse finden sich neben Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen auch Kohlenhydrate, und zwar in einer Menge und Konzentration, die für unseren Organismus kein Problem darstellen.

Werden aber zu viele Kohlenhydrate in Form von industriell hergestellter, stark denaturierter Lebensmittel, wie z.B. Weißmehlprodukte oder Süßigkeiten, verzehrt, in denen raffinierte Kohlenhydrate in leicht aufnehmbarer Form vorliegen, wird dem Körper sehr schnell sehr viel Energie bereitgestellt, die eigentlich über körperliche Aktivität sofort verbraucht werden müsste.
Da ein hoher Blutzuckerspiegel eine Gefahr für den Organismus darstellt, wandelt der Organismus den Zucker, der von den Zellen nicht aufgenommen wird, in Fett um. Nach dem zuviel an Zucker im Blut komme ich dann in einen Unterzucker – ich kann mich dann nicht mehr richtig konzentrieren… Zu viele Kohlenhydrate machen also übergewichtig und behindern das Denken.

Da ich mich jetzt im Unterzucker befinde, bekomme ich Heißhunger – ich fühle mich, als ob ich am verhungern bin, obwohl ich einen Vorrat an Kalorien mit mir rumtrage, der vielleicht für ein ganzes Jahr reichen würde. Das führt dazu, dass ich mich „überesse“. Damit kommen dann noch mehr Kalorien in die Fettdepots.

Selbst die Fettzellen selber, mein Hormonsystem (Fettzellen bilden selbst Östrogen) und die veränderte Hirnchemie sorgen dafür, dass ich träge und hungrig werde.

Isolierte Kohlenhydrate sind also die Dickmacher Nummer eins – allen voran die Softdrinks (also Cola und andere Limonaden), da ich hier eine noch geringere Kontrolle über meine Kalorienzufuhr habe. (Um gleich einen gängigen Irrtum auszuräumen – Süßstoff macht nicht schlank, sonst würde das Zeug nicht in der Tiermast eingesetzt – sondern es erzeugt einen Unterzucker im Körper und der führt dann zu einer Heißhungerattacke.) Mit gesüßten Getränken  sollte ich sowieso nicht meinen Durst löschen, sondern nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee.

(c) Thomas Würzler

Was ist die richtige Ernährung?

Vollwert-Ernährung

oder

„Wie halte ich mich mit meiner Nahrung gesund?“

Wichtige Fragen:

  • Ob und wieviel Fleisch sollte ich überhaupt essen?
  • Wie beeinflusst meine Nahrung meine Darmflora und was bewirkt das bei mir?
  • Was muss ich tun, um Krebs vorzubeugen?

Die Welt der Ernährung

Wissenschaft einig:
Ohne die Vielfalt an pflanzlicher Kost
können wir nicht gesund alt werden!

  • Über 30% der Fälle von Magen- und
    Darmkrebs sind ernährungsbedingt.
  • Über 50% der Diabetes-Fälle könnte man
    durch die Reduktion von Bauchfett
    verhindern
  • Auch bei Herzinfarkt und Schlaganfall geht
    man davon aus, dass in 30% der Fälle eine
    Fehlernährung vorliegt.


Täglich entstehen ca. 1 Mio. mutierte Zellen in unserem Körper, also Vorstufen von Krebs. Davon muss nur eine zur Krebszelle werden, damit ich krank werde. Es ist also nicht erstaunlich, dass 40% der Deutschen an Krebs erkranken, sondern dass es nicht 100% sind.
Ein Teil von uns macht also das Richtige.


Die Vitamine, Mineralien und sog. sekundäre Pflanzenstoffe sind die Basis für einen funktionierenden Körper. Über Jahrmillionen haben sich unsere evolutionären Vorfahren von Pflanzen ernährt. Wir sind auf einen beständigen Zufuhr von Vitalstoffen angewiesen, um unseren Körper in seiner Arbeit, uns gesund zu erhalten, zu unterstützen.

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Wir essen aber viel zu viel Fleisch und Wurst. Wir brauchen, wenn überhaupt, höchstens 600g Fleisch pro Woche.

(Vor allem Männer in Deutschland liegen beim dreifachen darüber! In den Stuhlproben, die heutzutage im Labor untersucht werden, findet man etliche Mengen an fast unverdauten Fleischfasern vom Rind, Schwein, Huhn, ect… Der Dünndarm kann also gar nicht so viel aufnehmen und im Dickdarm fault es dann vor sich hin und erzeugt Leichengifte!) Dabei darf man die eingenommenen Medikamente nicht aus den Augen verlieren. So können sog. Protonenpumpen-Hemmer die Fleischverdauung negativ beeinflussen. Auch die Zusammensetzung meiner Darmflora kann von diesen Medikamenten beeinflusst werden, so dass Species, die normalerweise den Mund-Rachenraum besiedeln, im Darm wiedergefunden werden, wo sie normalerweise nicht hingehören. Was dies letztendlich für Konsequenzen hat, muss aber erst noch untersucht werden.

Meine Darmflora hat aber einen großen Einfluss auf meine Gesundheit und hängt von der Zusammensetzung meiner Nahrung ab. Sie beeinflusst meine Psyche, sorgt dafür, dass ich mein Gewicht halte, stärkt mein Immunsystem u.v.a.m.

Dabei hat sich inzwischen herausgestellt, dass die Zusammensetzung und Menge meiner Ballaststoffe in der Nahrung ein entscheidender Faktor ist, welche Spezies an Darmkeimen in meinem Darm vorherrschen und damit, ob meine Darmflora sich positiv oder negativ auf meinen Körper auswirkt. Auch Fleisch aus Massentierhaltung kann sich negativ auf meine Darmflora auswirken, da sie Antibiotika enthält. Das selbe gilt für Konservierungsstoffe – auch sie beeinflussen meine Darmflora negativ.

Healthy eating. Happy family mother and children prepares vegetable salad in kitchen

Auch das Thema Zucker ist nicht zu unterschätzen.

„Gesundheitsgefährder Nr. 1: Zucker“

Haushaltszucker, wie z.B. weißer Zucker, Rohrohrzucker wie auch andere Zuckerisolate, aber auch Auszugsmehle, wie weißes Mehl (Weizenmehl) oder Graumehl(Roggenmehl), schaden der Gesundheit und führen zu Diabetes, Stoffwechselerkrankungen, Atherosklerose u.a. (Auch hier liegt ein Grund für eine Fehlbesiedlung des Darms aufgrund von zu viel Zucker, denn das fördert das Wachstum von Pilzen im Darm .)  Im besonderen die sog. Softdrinks mit ihrem hohen Zuckergehalt stellen ein sehr großes Problem dar, da hier die Menge an zugeführten Zucker und damit Kalorien noch schlechter kontrolliert werden kann.

„Eure Nahr-   ungsmittel
sollen eure Heilmittel sein
und eure Heilmittel sollen
eure Nahrungsmittel sein.“
Hippokrates von Kos
460 bis 377 v. Chr.
griechischer
Arzt

Siehe auch:
Artikel: Die richtige Ernährung
Gesellschaft für Gesundheitsberatung Lahnstein